Di, 21. November 2017

Behinderte Menschen:

05.07.2016 16:54

„Billig-Öffis für Migranten, wir zahlen Vollpreis“

Die Billig-Öffi-Karte für Flüchtlinge (vier Euro/Monat) in Wien "gibt es leider noch nicht", sagt Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou. Wie die "Krone" berichtete, ist die Stadt aber tatkräftig dahinter, das zu ändern. Wenn die beiden Wiener Gerhard K. und Herwig W. das hören, werden sie jedoch wütend. Denn sie leiden unter schweren Behinderungen - und müssen trotzdem den vollen Preis zahlen.

Gerhard K. (Name der Redaktion bekannt) hat sogar die Wiener Linien geklagt. Hintergrund: Wegen einer Kinderlähmung zu 100 Prozent behindert, wird ihm eine Freifahrt mit Behindertenausweis - wie bei Schwerkriegsbeschädigten üblich - verwehrt. Doch er verlor. Der Grund: "Eine Diskriminierung liegt nicht vor, weil der Kläger hinsichtlich der Tarifbestimmung Menschen ohne Behinderung gleichgestellt ist." Auch das Oberlandesgericht entschied so.

Keine Ermäßigung trotz 80-prozentiger Behinderung
Zweiter Fall: Herwig W. postete seinen Ärger sogar auf Facebook. Nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt, kam es noch zu einer schweren Herzoperation. Er ist zu 80 Prozent behindert, erhält keine Ermäßigung.

Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ) ist empört: "Es ist erbärmlich, wie man in Wien die eigenen Leute behandelt. Wer eine schwere Behinderung hat, dadurch oft nicht in der Lage ist, Auto zu fahren oder lange zu gehen, ist auf die Öffis angewiesen."

Bei den Wiener Linien verweist man auf den Fonds Soziales Wien. Dort heißt es: "Die geschilderten Fälle sind uns nicht bekannt. Wir fördern Jahreskarten für Blinde und Personen mit hochgradiger Sehbehinderung. Gehörlose Personen können einen Zuschuss zur Jahreskarte beantragen. Menschen mit Behinderung, die Mindestsicherung beziehen, profitieren von vergünstigten Einzelfahrscheinen und Monatskarten."

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