Fr, 24. November 2017

Nach blutigem Terror

03.07.2016 12:33

Bangladeschs Regierung: Attentäter nicht vom IS

Das Blutbad in einem Café in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, mit insgesamt 28 Toten geht nach Angaben der Regierung nicht auf das Konto der Terrormiliz Islamischer Staat sondern auf das einer einheimischen Islamistengruppe. Die Angreifer seien Mitglieder der verbotenen Gruppe Jamayetul Mujahideen Bangladesh (JMB), sagte Innenminister Asaduzzaman Khan am Sonntag. Zuvor war man davon ausgegangen, dass der IS hinter dem Angriff steckt.

Denn kurz nach der Erstürmung des Lokals meldete die der Terrorgruppe nahestehende Nachrichtenagentur Amaq, ein IS-Kommando habe das Café angegriffen. Es seien "mehr als 20 Menschen unterschiedlicher Nationalität getötet worden". Amaq veröffentlichte auch Fotos, auf denen in Blutlachen liegende Menschen zu sehen waren.

Sechs Angreifer tot, einer in Haft
Die Polizei in Dhaka veröffentlichte die Namen und Fotos der sechs erschossenen Angreifer. Ein siebenter Mann wurde festgenommen und verhört. Laut Innenminister Khan waren alle Angreifer gut ausgebildete junge Männer, die an der Universität studierten und überwiegend aus wohlhabenden Familien stammten.

"Sie haben keine Verbindungen zum Islamischen Staat", sagte Khan über die Angreifer, die das Café "Holey Artisan Bakery" am Freitagabend gestürmt hatten. Die Dschihadistenmiliz hatte sich allerdings zu dem Angriff bekannt, bei dem sechs der Täter, 20 Ausländer und zwei Polizisten getötet wurden.

Terror soll Bangladesch in "gescheiterten Staat" verwandeln
Die von der Regierung verdächtigte JMB wird immer wieder für Anschläge verantwortlich gemacht. Laut Regierungschefin Sheikh Hasina wollen die Terroristen das Land in einen "gescheiterten Staat" verwandeln.

In den vergangenen Wochen hatte es eine Reihe blutiger Angriffe auf säkulare Aktivisten, Blogger und Journalisten sowie Angehörige religiöser Minderheiten gegeben. Zu den meisten Angriffen bekannten sich der IS und der südasiatische Ableger des Al-Kaida-Netzwerks. Die Regierung bestreitet jedoch, dass ausländische Islamistengruppen in dem südasiatischen Land aktiv sind. Bei Razzien der Polizei wurden in Bangladesch im vergangenen Monat rund 11.000 Menschen festgenommen.

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