Mo, 18. Dezember 2017

Blitzschlag, Muren

03.07.2016 14:16

Heftige Unwetter: West- und Südbahn lahmgelegt

Unwetter haben am Samstag in weiten Teilen Österreichs zu lokalen Überflutungen, Vermurungen und Schäden nach Blitzschlägen geführt. Am schwersten betroffen waren Tirol, die Steiermark, Salzburg und Oberösterreich. Die Westbahnstrecke war, nachdem ein Blitz in das Stellwerk Seekirchen bei Salzburg eingeschlagen war, stundenlang gesperrt. Auch die Südbahnstrecke wird wohl für längere Zeit blockiert sein, nachdem am Samstagabend ein Güterzug nach einem Zusammenprall mit einer Mure entgleiste. In der Landwirtschaft entstanden durch die Unwetter Millionenschäden.

Beim entgleisten Zug handelt es sich laut ÖBB-Sprecher Christoph Posch um einen leeren Autozug, der in Fahrtrichtung Wien bei Wartberg im steirischen Mürztal gegen eine Mure prallte. Die Lok stürzte um, mehrere Waggons sprangen aus den Schienen. Der Lokführer wurde schwer verletzt.

Die Streckenunterbrechung betrifft den Bahnverkehr zwischen Wien und Graz sowie zwischen Wien und Villach in Kärnten. Zwischen dem steirischen Kindberg und Mitterndorf wurde ein Schienenersatzverkehr für den Nahreiseverkehr eingerichtet, Fernreisende werden zwischen Bruck an der Mur und Mürzzuschlag mit Bussen transportiert. Nach Angaben der ÖBB dürfte die Streckenunterbrechung wohl bis Dienstag andauern.

Blitzschlag und umgestürzte Bäume legten Westbahn lahm
Jener Blitz, der die Westbahnstrecke am Samstagnachmittag stundenlang lahmlegte, war gegen 15 Uhr in das Stellwerk Seekirchen eingeschlagen. Zudem blockierten mehrere umgestürzte Bäume die Strecke im Flachgau, wie ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel mitteilte. Der Schaden nach dem Blitzeinschlag konnte zwar rasch behoben werden, doch die Aufräumarbeiten dauerten etwas länger an. Gegen 18 Uhr konnte die Strecke schließlich wieder freigegeben werden.

Zahlreiche Feuerwehreinsätze in Salzburg und Tirol
Die Gewitterzelle führte auch zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen im Flachgau. Mehrere umgestürzte Bäume mussten entfernt und Keller ausgepumpt werden. Auf allen Salzburger Seen wurden die Sturmwarnleuchten aktiviert. Am Wolfgangsee musste ein Kanufahrer von der Wasserrettung in Sicherheit gebracht werden.

Auch in Tirol standen zahlreiche Feuerwehren im Einsatz. Überflutete Keller und umgeknickte Bäume waren der Hauptgrund für die Hunderten Notrufen, die in den Zentralen eingingen. Allein in Innsbruck sollen es über 600 Notrufe gewesen sein.

Ganze Ortszentren in Oberösterreich überflutet
Gewitter und Starkregen haben seit Samstagnachmittag auch zu Hunderten Feuerwehreinsätzen in Oberösterreich geführt. Zahlreiche Gebäude wurden überflutet, Bäche sind übergelaufen, Bäume umgestürzt und vom Wasser eingeschlossene Menschen mussten befreit werden. Die hauptbetroffenen Bezirke waren Gmunden, Freistadt und Wels-Land.

900 Feuerwehrleute von 60 Feuerwehren waren im Einsatz. Alleine bis 21 Uhr gingen 200 Schadensmeldungen bei der Landeswarnzentrale ein. Einige Landstraßen mussten wegen Überflutungen gesperrt werden. Besonders drastisch war die Lage in der Gemeinde Laakirchen, wo ganze Ortsteile unter Wasser standen. Im nördlichen Bezirk Gmunden wurden binnen kurzer Zeit 21 Feuerwehren zu Einsätzen gerufen. Ganze Straßenzüge mussten gesperrt werden, weil sie unter Wasser standen, Dutzende Keller wurden überflutet.

Auch in Bad Wimsbach-Neydharting (Bezirk Wels-Land) wurde das gesamte Ortszentrum überflutet, weil der Wimsbach so rasch anstieg. Etliche Häuser und auch das Kurzentrum Moorbad Neydharting standen unter Wasser. Im Mühlviertel war Tragwein (Bezirk Freistadt) besonders betroffen. Der Kettenbach trat über die Ufer, ein Sägewerk stand unter Wasser, Teile eines Hauses und der Kanalisation wurden von den Wassermassen weggerissen. Auch die Königswiesener Straße (B124) zwischen Tragwein und Bad Zell musste wegen Überschwemmung gesperrt werden.

Auch Niederösterreich blieb von den heftigen Regenfällen am Samstagabend nicht verschont: In einigen Gemeinden im Bezirk Zwettl musste die Feuerwehr ausrücken, sagte Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos. Straßen und Keller seien leicht überflutet worden, der angerichtete Schaden habe sich aber in Grenzen gehalten.

Millionenschaden für Bauern
Die Österreichische Hagelversicherung berichtete am Sonntag, dass es seit Donnerstag in der Landwirtschaft Schäden von zwei Millionen Euro durch Hagelunwetter gegeben habe. Betroffen sind Acker-, Obst- und Weinkulturen sowie der Gartenbau und Grünland in Niederösterreich, Salzburg, Tirol und der Steiermark. Allein in Salzburg wurde am Samstag ein Gesamtschaden von 600.000 Euro angerichtet. Bis Montag soll es über Österreich laut den Meteorologen großteils trocken bleiben, am Dienstag sind von Westen her aber wieder einzelne Schauer und Gewitter zu erwarten.

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