Sa, 26. Mai 2018

Barbara Frischmuth

02.07.2016 18:10

Große steirische Autorin wird 75

Die große weite Welt und der kleine Garten hinter dem Haus - bei Barbara Frischmuth sind diese beiden Sphären näher beieinander als bei irgendeiner anderen Autorin. Seit der Veröffentlichung von "Die Klosterschule" im Jahr 1968 zählt sie zu den bedeutendsten heimischen Literatinnen. Am kommenden Dienstag, dem 5. Juli, feiert sie ihren 75. Geburtstag.

"In meinen Adern fließen an die fünfhundert Jahre Wirtshaus", hat Barbara Frischmuth einmal gesagt. 1941 kam sie als Tochter der Parkhotel-Besitzer in Altaussee zur Welt. Ihr Vater fiel im Krieg, fortan prägten starke Frauen wie ihre Mutter und ihre Tante, die auch Autorin war, ihren Weg. Nach der Volksschule kam sie zu den Kreuzschwestern nach Gmunden. Über diese Zeit schrieb sie ihren ersten Roman: "Die Klosterschule" machte sie schlagartig berühmt, das Buch wurde in viele Sprachen übersetzt.

Es folgte eine reiche Karriere mit vielen Erfolgen - nicht nur als Romanautorin, sondern auch als Übersetzerin, Verfasserin von Hörspielen, Theaterstücken und Kinder- und Jugendbüchern. In vielen Bereichen ihrer Karriere war Frischmuth die Erste, die Einzige.

Neugierde auf "das Andere"
Als erste europäische Studentin erhielt sie ein Stipendium an der anatolischen Universität im anatolischen Erzurum - ihr Interesse für fremde Kulturen ist seitdem fixer Bestandteil ihres Lebens, ihrer Arbeit. Das Spiel mit der Sprache war für sie stets eine Möglichkeit des Brückenschlages in jene Gefilde, die allzu gerne als "das Andere" abgetan werden.

Als einzige Frau stand sie auf der Liste der Gründungsmitglieder des Forum Stadtpark. Und das obwohl sie zu dem Zeitpunkt gar nicht in Graz war - so stark war offensichtlich der Eindruck, den sie bei den Herren im Forum hinterlassen hatte. In ihrer Literatur hat Frischmuth stets Frauen ins Zentrum gestellt, war jedoch nie eine Feministin um des sturen Feminismus’ willen.

Rückkehr ins Ausseerland
Und Frischmuth ist wohl auch die einzige Autorin, die sich derart intensiv mit dem Thema Garten auseinandersetzt. Nach Jahren als Weltenbummlerin, ließ sie sich 1998 wieder im Ausseerland nieder, half dort nicht nur ein Literaturmuseum aufzubauen, sondern kultivierte hinter ihrem Haus auch ein blühendes Paradies, das mit Büchern wie zuletzt "Der unwiderstehliche Garten" auch in den Mittelpunkt ihrer schriftstellerischen Tätigkeit gerückt ist.

Dort wird sie wohl auch ihren 75. Geburtstag feiern, denn Veranstaltungen sind nicht geplant. Möge er an diesem Tag besonders prachtvoll für sie blühen!

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