Di, 17. Oktober 2017

Nach Urteil

01.07.2016 09:26

Es kommt „Ersatz“ für gewilderte Luchs in OÖ

"Wir sind froh, dass das Gericht zwei Luchsabschüsse festgestellt hat", sagt Franz Sieghartsleitner vom Nationalpark Kalkalpen, wo bekanntlich vier Luchs-Männchen verschwunden sind. Mit der noch nicht rechtskräftigen Verurteilung eines Linzer Ehepaars, das zwei Tiere gewildert habe, gibt's Chance auf Ersatz.

Denn es besteht ein Abkommen zwischen Nationalpark und Jägern, dass für nachweislich gewilderte Luchse Ersatz-Tiere angeschafft werden können. Und diesen Nachweis erbrachten jetzt die Urteile. Ein Linzer (65) soll - wie berichtet - 11.160 Strafe und 12.101 Euro Schadenersatz für einen gewilderten Luchs zahlen. Seine Frau war schon vorher für einen anderen Abschuss zu 1920 Euro Geldstrafe verdonnert worden und der Nationalpark will ebenfalls Schadenersatz. "Die Strafe ist hoffentlich abschreckend und macht klar, dass das kein Kavaliersdelikt ist", sagt Sieghartsleitner.

"Ruf der Jägerschaft nachhaltig beschädigt"
Die Höhe der Strafe ist für Landesjägermeister Sepp Brandmayr dagegen nebensächlich, er kocht vor Wut, weil durch "diese sinnlose Aktion der Ruf und das Image der Jägerschaft nachhaltig beschädigt worden ist", wie er im Interview (siehe unten) sagt. Im Nationalpark ist man mit der Schweiz in Kontakt getreten, von wo im Winter ein Luchsmännchen kommen soll. Die Jägerschaft steht hinter dem Luchsprojekt, ärgerlich sei aber, dass durch die Ansiedelung der leisen Räuber die Rehe scheu werden, dass sie schwerer zu schießen sind.

Sauer ist Landesjägermeister Sepp Brandmayr über das freche Luchswilderer-Paar - die Urteile seien dabei unerheblich.

"Krone": Passen die - nicht rechtskräftigen - Urteile, die übers Paar und Komplizen verhängt wurden?
Sepp Brandmayr: Das Urteil ist eigentlich unerheblich, denn der Schaden, den diese Leute dem Ansehen der Jagd zugefügt haben, bringen wir auch mit der härtesten Strafe nicht weg.

"Krone": Wie wird der Landesjagdverband reagieren?
Brandmayr: Diese Frage habe ich in diesem Fall x-mal gestellt bekommen. Wir können nur zusehen, haben rechtlich keine Möglichkeiten. Wir können solche Jäger nicht einmal ausschließen, wenn ihnen die BH die Jagdkarten lässt.

"Krone": Wie stehen Sie eigentlich zum Luchsprojekt?
Brandmayr: Wir stehen dahinter.

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