Mi, 22. November 2017

Schwere Tierquälerei

01.07.2016 09:06

38 mumifizierte Hunde - Prozessfinale am 4. Juli

Am Landesgericht Ried beginnt am kommenden Montag der dritte und wohl letzte Verhandlungstag gegen eine 63-Jährige, in deren Wohnhaus nahe Schärding Ende 2014 zumindest 38 mumifizierte Hunde gefunden worden waren. In den letzten beiden Verhandlungen belasteten Zeugen die wegen Tierquälerei und gewerbsmäßigen Betrugs Angeklagte bereits schwer.

Die Tierschutzorganisation "Pfotenhilfe" hat im Frühjahr 2014 mit Hilfe eines Amtsveterinärs vier völlig abgemagerte und verwahrloste Hunde aus dem Haus der Angeklagten in ihr Tierheim in Lochen am See übernommen und gesund gepflegt und sich deshalb als Privatbeteiligte dem Verfahren angeschlossen. Pfotenhilfe-Obfrau Johanna Stadler im Zeugenstand: "Derart ausgehungerte, dem Tode nahe Tiere habe ich noch nie gesehen - ein schockierender Anblick, den ich nie vergessen werde."

Weitere Zeugen wurden geladen
Die Pfotenhilfe hat für 4. Juli weitere Zeugen beantragt, die teilweise fast täglich mit der Angeklagten zu tun hatten, aber das Haus wegen fadenscheiniger Ausreden nie betreten durften. Zusätzlich hat Richter Josef Lautner die zuständige Amtstierärztin der Bezirkshauptmannschaft Schärding sowie die Hauptbelastungszeugin der Betrugsanklage geladen. Letztere sei laut Staatsanwaltschaft um rund 200.000 Euro betrogen worden.

Hunde dürften kein Wasser gehabt haben
Im Akt befinden sich auch zahlreiche Fotos der mumifizierten Hunde samt Obduktionsbericht der veterinärmedizinischen Universität. Wien. Daraus geht hervor, dass die Hunde nicht nur Hunger gelitten haben. Im Gegensatz zur Verwesung, die normalerweise bei toten Tieren rasch eintritt, seien die Hunde mumifiziert gewesen, was auf Wassermangel schließen lasse, der zum Tod geführt haben dürfte. Bei dieser Todesart komme es auch kaum zu Geruchsentwicklung, was wiederum erklärt, warum über den Tatzeitraum von zumindest mehreren Monaten, wenn nicht sogar Jahren, außerhalb des Hauses niemandem etwas aufgefallen ist.

Extreme Tierquälereien aufgedeckt
Stadler dazu: "Bei der Durchsicht des Akts braucht man einen guten Magen und starke Nerven, da nicht nur die Bilder sondern auch die Zeugenaussagen bewusst herbeigeführte, extreme Tierquälerei ans Licht bringen. So hätte die Angeklagte etwa immer wieder gesagt, dass sie bestimmte Hunde so lange schlägt, bis sie sich 'anscheißen' und eine Woche nicht mehr auf die Füße kommen. Bei der Zeugin sei der Eindruck entstanden, dass die Angeklagte bei solchen Äußerungen so etwas wie Lust empfand."

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