Sa, 18. November 2017

Im Arkadenhof

30.06.2016 18:42

Uni Wien: Nun werden auch Forscherinnen geehrt

Bisher erinnerten im Arkadenhof der Universität Wien 154 Büsten und zahlreiche Gedenktafeln an die Leistungen ausschließlich männlicher Wissenschaftler. Seit Donnerstag sind auch sieben Forscherinnen mit Denkmälern vertreten. Diese wurden auf Vorschlag des Rektorats und mit Zustimmung des Senats ausgewählt.

Die sieben Forscherinnen sind: die Psychologin Charlotte Bühler (1893-1974), die Sozialwissenschaftlerin Marie Jahoda (1907-2001), die Physikerinnen Berta Karlik (1904-1990) und Lise Meitner (1878-1968), die Archäologin Grete Mostny-Glaser (1914-1991), die Sprachwissenschaftlerin Elise Richter (1865-1943) und die Mathematikerin Olga Taussky-Todd (1906-1995) ausgewählt. Hauptkriterium waren hohe, noch heute wirksame und bekannte wissenschaftliche Leistungen, die an der Uni Wien durchgeführt wurden. Daneben wurde auch auf eine adäquate Verteilung über die Fachgebiete geachtet.

Zweistufiger Bewerbungsprozess für Künstler
Die Siegerprojekte wurden mittels eines zweistufigen Kunstwettbewerbs ermittelt. Bei diesem wurden nach einem offenen Bewerbungsverfahren sieben Künstler ausgewählt, die in einer zweiten Phase konkrete Realisierungsvorschläge vorlegen mussten. Eine Jury wählte dann Thomas Baumann (Bühler, Karlik, Meitner), Catrin Bolt (Jahoda, Richter) und Karin Frank (Mostny-Glaser, Taussky-Todd) aus. "Vorgabe war es, die Wissenschaftlerinnen als konkrete Persönlichkeiten und in hoher künstlerischer Qualität darzustellen", so Rektor Heinz Engl bei der Präsentation am Donnerstag.

Die Ehrung der sieben Forscherinnen müsse "bei Weitem nicht der letzte Schritt gewesen" sein, so Engl. Neben Denkmälern im Arkadenhof gebe es noch andere Möglichkeiten wie die Benennung von Hörsälen - erst vor wenigen Tagen wurde ein solcher nach der Zeithistorikerin Erika Weinzierl benannt.

1897 erstmals Frauen zum Studium zugelassen
An der Uni Wien wurden 1897 erstmals Frauen zu einem Studium zugelassen. 1907 habilitierte Richter als erste Frau in Österreich, erst 1956 erhielt mit Karlik die erste Frau eine ordentliche Professur an der Universität Wien.

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