Di, 17. Oktober 2017

Lady Gaga & Co.

30.06.2016 14:59

1000 Musiker beschweren sich bei EU über YouTube

Der Konflikt zwischen der Musikindustrie und Googles Videoplattform YouTube wird schärfer: Über 1000 Musiker - darunter Stars wie Lady Gaga, Coldplay oder Ed Sheeran, aber auch heimische Künstler wie Conchita, Die Seer oder Julian Le Play - haben sich in einem offenen Brief bei der EU-Kommission beschwert, dass Dienste wie YouTube mit ihren Gratis-Angeboten auf unfaire Weise Musik entwerteten.

Sie forderten Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auf, "jetzt zu handeln", um gleiche Rahmenbedingungen für Künstler und Rechteinhaber zu sichern. Die Künstler kritisieren in ihrem Brief speziell die seit den 90er-Jahren geltende Regelung, nach der Online-Plattformen urheberrechtlich geschütztes Material, das von Nutzern hochgeladen wurde, erst nach Hinweisen der Rechteinhaber entfernen müssen. Sie sprechen von einer "Wertschöpfungslücke". Vor einigen Tagen ging ein ähnlicher Brief, unterzeichnet unter anderem von Taylor Swift und U2, auch an den US-Kongress.

Es ist ein Streit, der schon lange köchelt. Die Musikindustrie hat nach Jahren sinkender Umsätze auch durch Internetpiraterie eine neue Geldquelle im Streaming entdeckt. Dabei setzt sie vor allem auf Abo-Modelle, bei denen für eine monatliche Gebühr von meist rund zehn Euro viele Millionen Songs uneingeschränkt genutzt werden können.

Zuletzt wuchsen die Erlöse im Musikgeschäft dank Streaming erstmals wieder. Der globale Umsatz der Musikindustrie legte im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent auf rund 15 Milliarden Dollar zu. Dabei überholte das Geschäft mit Streaming und Downloads erstmals die Einnahmen mit Tonträgern wie der CD.

YouTube als Gratis-Quelle
Schon seit einiger Zeit schießt sich die Branche deshalb auf YouTube ein, wo viele Songs gratis zu finden sind. Die Situation wird dadurch komplizierter, dass auch Musikfirmen selbst Videoclips bei YouTube einstellen, um Werbung für Neuerscheinungen zu machen und an den Werbeeinnahmen mitzuverdienen.

Der Industrie ist aber vor allem die von den Nutzern selbst hochgeladene Musik ein Dorn im Auge. Sie kritisiert unter anderem, dass jede solche Kopie einzeln gemeldet werden müsse, um entfernt zu werden.

Videoplattform weist Vorwürfe zurück
YouTube weist die Vorwürfe zurück und verweist darauf, dass schon mehrere Milliarden Dollar an Werbeerlösen an Rechteinhaber geflossen seien und das Unternehmen ein System entwickelt habe, das Songs sofort mit einer Art "digitalem Fingerabdruck" identifiziere.

Der globale Umsatz der Musikindustrie legte im vergangenen Jahr um 3,2 Prozent auf rund 15 Milliarden Dollar zu. Dabei überholte das Geschäft mit Streaming und Downloads erstmals die Einnahmen mit Tonträgern wie der CD.

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