So, 19. November 2017

Nach Brexit-Votum

30.06.2016 12:15

Finanzplatz London droht Abzug vieler Konzerne

Der Finanzmetropole London droht nach der Brexit-Abstimmung nun der Abzug zahlreicher internationaler Konzerne. Davon betroffen wären neben Steuereinnahmen auch viele Arbeitsplätze. Erst am Dienstag kündigte etwa Mobilfunkriese Vodafone an, seine bis zu 13.000 Mitarbeiter in Großbritannien womöglich in andere Standorte zu verlagern.

Es sei wichtig, weiterhin von der Freizügigkeit von Bürgern, Kapital und Gütern zu profitieren, schrieb Vodafone in einem Brief an mehrere Medien. Zumindest die Firmenzentrale könne in Zukunft außerhalb Englands verlagert werden. Noch sei es zu früh, über den langfristigen Standort des Hauptsitzes zu entscheiden, aber es werde entschieden, "was auch immer zweckmäßig" sei.

Großbank Lloyds baut Hunderte Jobs ab
Auf jeden Fall Jobs abbauen wird die Großbank Lloyds. Wie das führende Hypothekeninstitut des Landes am Mittwoch bestätigte, fallen abzüglich neu geschaffener Jobs insgesamt 525 Stellen weg. Zumindest 23 Filialen sollen im ganzen Land geschlossen werden.

Siemens erwägt andere "Investitionsentscheidungen"
Der deutsche Technologiekonzern Siemens hat laut einem "Spiegel"-Bericht bereits den weiteren Ausbau seines großen Werkes in Hull an der Nordsee gestoppt. Bereits vor der Abstimmung hatte die Firma gewarnt: "Falls Großbritannien die EU verließe, würde Siemens seine Geschäftsaktivitäten dort nicht beenden. Ein Austritt könnte aber bei zukünftigen Investitionsentscheidungen eine Rolle spielen."

Billigflieger könnte London verlassen
Die Billigfluglinie Easyjet hat zuletzt mehrmals Überlegungen angestellt, seine Firmenzentrale aus Luton bei London in ein anderes Land der EU zu verlagern. Nach dem Brexit war der Aktienkurs des Unternehmens massiv eingebrochen. Der in Irland beheimatete Konkurrent Ryanair hat bereits angekündigt, keine neuen Flugzeuge mehr in Großbritannien zu stationieren.

US-Investmentbanken setzen weiter auf London
Die beiden US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley dementierten hingegen Berichte, wonach sie nach dem Brexit-Votum bereits Büroflächen in Frankfurt angemietet haben sollen. "Wir haben keine Änderungen in unserem Bedarf an Büroflächen in Frankfurt als Resultat des Referendums vorgenommen", teilte Goldman Sachs der britischen Nachrichtenagentur PA mit.

Es gebe bei Goldman Sachs keine unmittelbaren Veränderungen "wie unsere Geschäfte geführt werden, oder wo sie geführt werden". Auch Morgan Stanley ließ wissen, man habe keine zusätzlichen Büroflächen in Frankfurt angemietet. Insgesamt beschäftigen die beiden Institute 11.500 Angestellte in London.

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