Mo, 20. November 2017

„Falls erforderlich“

28.06.2016 11:30

Kampfjet-Abschuss: Türkei will Russen entschädigen

Nach der Entschuldigung für den Abschuss eines russischen Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze Ende 2015 ist die türkische Regierung nun auch zu einer Entschädigungszahlung bereit. Man werde Russland - "falls erforderlich" - eine Entschädigung zahlen, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Montagabend im Fernsehsender TRT.

Der Abschuss des Kampfbombers vom Typ Su-24 durch die türkische Luftwaffe im Grenzgebiet zu Syrien im vergangenen November hatte das Verhältnis beider Länder stark belastet. Ankara zufolge hatte der russische Jet den türkischen Luftraum verletzt. Moskau bestritt das und warf der Türkei eine "geplante Provokation" vor.

Am Montag hatte der Kreml bekannt gegeben, dass sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei seinem russischen Kollegen Wladimir Putin für den Abschuss des Jets entschuldigt habe. Wie Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, übermittelte Erdogan "sein Mitgefühl und sein tiefstes Beileid an die Familie des toten russischen Soldaten und entschuldigte sich".

Türkei hofft auf Normalisierung der Beziehungen zu Russland
Nach der Entschuldigung hofft die Türkei nun auf eine rasche Normalisierung der belasteten Beziehungen zu Russland. Erdogan sagte am Montagabend in Ankara, er hoffe, "dass wir die derzeitige Situation, die für beide Länder schädlich ist, hinter uns lassen können". Er strebe eine "rasche Normalisierung" der Beziehungen zu Russland an.

Wie Yildirim sagte, will Erdogan am Mittwoch oder Donnerstag mit Putin telefonieren, um über die Normalisierung der Beziehungen zu sprechen. "Ich denke, wir haben in dieser Frage eine Einigung erzielt", sagte der Ministerpräsident. "Wir werden diesen Vorfall hinter uns lassen und auf unserem Weg weitergehen."

Im syrischen Bürgerkrieg unterstützt Moskau Syriens Machthaber Bashar al-Assad mit eigenem Militär, während die Türkei die gegen Assad kämpfenden Rebellen unterstützt.

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