So, 19. November 2017

Lamas und Schafe

28.06.2016 09:20

Muntere Chilenen und kühle Briten im Mölltal

So mancher Autofahrer wird seinen Augen nicht trauen: In Pattendorf in Kärnten, an der langgezogenen Kurve hinter Möllbrücke, äugen Lamas neugierig über den Zaun. Die kleinen Kamele aus den südamerikanischen Anden sind längst Kärntner geworden. Das zeigt sich schon an den Namen. Während Mama und Papa noch auf klingende Namen wie "Florinda" und "Curaco del Sur" hören, heißt der jüngste Nachwuchs schlicht "Stella vom Lurnfeld".

15 Stück nennt Züchter Patrick Laggner (36) inzwischen sein Eigen. Begonnen hat alles 2009 mit der TV-Sendung "Bauer sucht Frau", bei der auch der Rosentaler Robert Krammer mit seinen Lamas auf der Suche war. "So nette Tierchen", dachte sich Laggner und machte sich mit Lebensgefährtin Daniela Mosch und Sohn Noel auf ins Rosental. "Noel hat vor Tieren immer Angst gehabt. Aber bei den Lamas hat er sich sofort dazu gekuschelt", erzählt Laggner.

Also übersiedelte das erste Lama Richtung Lurnfeld: "Es hat eine Zeit lang gedauert, um uns so richtig anzufreunden. Es ist doch eine spezielle Gattung, die gegenseitiges Verständnis braucht." Doch als nach einem Jahr das erste Fohlen munter herumsprang, war alles klar. Laggner: "Wir haben dann drei Tiere direkt aus Chile importiert. Die Stute hat keine Verwandten in Europa, das ist ein Vorteil bei der Zucht."

Bei Laggners Tieren handelt es sich um "Wooly-Lamas", die jährlich bis zu vier Kilo Wolle liefern. Versponnen wird sie in Mörtschach im oberen Mölltal, wo einer alten Industrieanlage neues Leben eingehaucht wurde.

Seinerzeit hatte es geheißen, dass Lama-Wolle allein nicht verarbeitet werden könne - so kam Laggner zu einer zweiten exotischen Rasse, den Wensleydale-Schafen aus England. "Das Charakteristische bei diesen Schafen sind ihre bis zu 30 Zentimeter langen, korkenzieherartigen Locken. Sie sind sehr gut zu verspinnen, und die Wolle ist begehrt. Für ein Kilo wird bis zu 200 Euro bezahlt." Inzwischen wird die Wolle beider Tierarten auch nach Sorten getrennt hergestellt.

Mützen, Socken, Steppdecken, Pölster und Wollvlies für die Weiterverarbeitung werden im Mölltal verkauft. Laggner: "Seit Herbst 2015 vermarkten wir die eigene Wolle." Auf die seien italienische Modehäuser aufmerksam geworden: "Mit der Gailtaler Firma Seidra arbeiten wir daran, optimales Garn für exklusive Stoffe herzustellen."

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