Sa, 16. Dezember 2017

"Krone"-Kolumne

26.06.2016 09:06

ÖFB-Team: Ein Wüstensturm über der "Wohlfühloase"

Es war ein symbolisches Bild, das gewisse Kreise im ÖFB abgaben: Auf dem Flughafen in Avignon warteten am Tag nach der Island-Pleite unsere Fußballer und Medienvertreter in zwei verschiedenen Sälen auf das Boarding - die Glaswand, die beide Räume trennte, war plötzlich verklebt: Sichtschutz!

Gegen diese Öffentlichkeitsarbeit waren sogar Erich Honeckers finstere Pressesprecher in der DDR von Offenheit und Pluralität geprägt! Blendschutz, so hieß das damals, gab's übrigens auch an der Grenze zwischen Ost- und Westberlin. So weit sind wir im Österreich des 21. Jahrhunderts schon gekommen!

Natürlich saßen auf dem Airport nur müde und enttäuschte Kicker, die mit ihren Handys spielten - kein Grund also für die totale Abschirmung! Aber gerade dieses Einbunkern nährt ja die Gerüchte und lässt Fragen aufkommen wie: Was hat man zu verbergen?

Der Schweizer Marcel Koller weiß doch: Die kleine Alpenrepublik ist ein Dorf! Jeder kennt jeden. Es gibt Spieler, die gute Beziehungen zu Reportern haben. Und es gibt Freunde, pardon: Bros (also Brothers) von Fußballern, die im regelmäßigen Kontakt zu Journalisten stehen. Es kommt also alles raus. Stück für Stück. Zizerlweise. Mit einer offensiven Medienpolitik hätte man das viel besser managen können.

Stimmung im Trainerstab gedämpft
Jetzt erfahren wir ein Detail nach dem anderen: zum Beispiel über die Stimmung im Trainerstab, die ziemlich gedämpft war, seitdem ein Betreuer ungefragt ein Fernsehinterview gegeben hatte. So etwas ist in der selbsternannten "Wohlfühloase" natürlich streng verboten. Ein Wüstensturm an Unstimmigkeiten dürfte das Camp in Mallemort durcheinandergewirbelt haben: Hat etwa die Unzufriedenheit mancher Stars über das "Gefangenen-Leben" in der Provence und die fehlende Einsicht der Teamführung zur mentalen Leere geführt?

Darüber hätte man auch bei der letzten Pressekonferenz länger reden sollen: Aber Kapitän Christian Fuchs stand nach ein paar Minuten auf, weil er sich schon im Urlaub befand.
Jetzt ist in der Gegenwart passiert, was man mit antiquierten Methoden hätte verhindern wollen: Gerüchte über Riesenwickel während der EURO. Dazu kann man nur sagen: selber Schuld!

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