Mi, 22. November 2017

Nur kein Leichtsinn

25.06.2016 13:22

DFB-Goalie Neuer mahnt vor „Hurra-Schreien“

Deutschland hat bei der Europameisterschaft in Frankreich erstmals seit 20 Jahren die EM-Gruppenphase ohne Gegentor überstanden. 1996 in England folgte danach der bisher letzte von drei EM-Titeln. Doch vor dem Start in die K.o.-Phase am Sonntag (18 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) in Lille gegen Außenseiter Slowakei warnte Torhüter Manuel Neuer vor Sorglosigkeit.

Neuer, im bisherigen Turnierverlauf statt Bastian Schweinsteiger Kapitän der Deutschen, sieht in den bisherigen EM-Auftritten in Frankreich noch keinen Grund "für Hurra-Schreie". Seine Botschaft vor dem Achtelfinale ist klar: Nur kein Leichtsinn und keine Unvernunft. "Natürlich ist es eine andere Drucksituation. In einem Spiel kann immer alles passieren. Wir dürfen keinen Gegner auf die leichte Schulter nehmen", forderte der Welttorhüter.

Für Fan-Euphorie in der Heimat könne erst ein Sieg gegen die Slowakei und ein folgendes erfolgreiches Spiel im Viertelfinale gegen Italien oder Spanien sorgen. Doch auch Neuer betonte die Zuversicht der Weltmeister. "Wir sind gut vorbereitet. Wir sind eine Mannschaft, die sich auf den Punkt konzentrieren kann", sagte der Bayern-Goalie.

Die bisherigen Prüfungen haben die Schützlinge von Joachim Löw nicht immer glanzvoll, aber im Endeffekt souverän bestanden. Neuer selbst wurde aber kaum richtig geprüft. Polen (0:0) und Nordirland (1:0) brachten zusammen gerade einmal einen Torschuss zusammen. Gegen die Ukraine (2:0) musste der 68-fache Teamspieler öfter eingreifen, hielt aber auch da sein Gehäuse sauber.

Boateng leicht angeschlagen
Die Abwehr vor ihm ließ wenig durch, wer am Sonntag aber die Innenverteidigung bilden wird, ist noch offen. Mats Hummels, der nach einer Verletzung im ersten Spiel noch pausiert hatte, fand schnell wieder zu seiner Form und ist gesetzt. Dafür macht eine Muskelverhärtung in der rechten Wade von Jerome Boateng sorgen.

Der bisher souveräne Bayern-Verteidiger absolvierte daher ein Sonderprogramm. Angesichts des voraussehbaren schwierigen Turnierweges mit einem möglichen Viertelfinale gegen Spanien oder Italien und einem programmierten Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich oder England wird Löw das Risiko eines Boateng-Einsatzes genau abwägen.

Unabhängig vom Personal erwartet Löw, dass zu der bisher gezeigten defensiven Stabilität nach vorne effektiver gearbeitet wird. Gegen Nordirland vergaben Thomas Müller und Co. etwa zehn hochkarätige Torchancen. "Wir müssen vor dem Tor zielstrebiger und konsequenter sein", forderte der Chefcoach.

Denn auch die Slowakei wird sich wohl in erster Linie der Defensivarbeit verschreiben. "Wir brauchen einen Tag, wie wir ihn beim 0:0 gegen England hatten", befand der verletzte Ex-Salzburger Dusan Svento. In der Außenseiter-Rolle fühlen sich die Slowaken aber wohl. "Wir haben diesmal den Vorteil, dass auf uns kein Druck mehr lastet, nachdem wir unser Ziel, das Achtelfinale, schon erreicht haben", sagte Teamchef Jan Kozak.

"Deutschland der größte Favorit in diesem Turnier"
Der slowakische Verbandschef Jan Kovacik erklärte das DFB-Team gleich auch zum Titelanwärter Nummer eins. "Für mich ist Deutschland der größte Favorit in diesem Turnier", sagte Kovacik. "Wir wissen, dass Deutschland der große Favorit ist. Nicht nur in diesem Spiel, sondern in dem gesamten Turnier", stellte auch Kapitän Martin Skrtel fest. Dennoch versprach er in Lille einen Achtelfinal-Kampf bis zum Ende. "Alles ist möglich. Wir haben keine Angst. Unser Selbstvertrauen ist mit Überstehen der Vorrunde gewachsen."

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden