Mi, 22. November 2017

„Krone“-Interview

24.06.2016 19:59

Windtner: „Spieler müssen die Kritik verkraften!“

ÖFB-Präsident Leo Windtner über seine persönliche Enttäuschung, den Teamchef, den Sponsorentermin und die Fans im "Krone"-Interview!

"Krone": Sie hatten stets als größten Wunsch geäußert, die österreichische Bundeshymne bei der EURO öfter als dreimal hören zu wollen - es blieb beim Wunsch. Wie groß ist bei Ihnen die Enttäuschung über das K. o. mit einigen Tagen Abstand?
Leo Windtner: Der Schock sitzt noch immer tief, es wird sicher noch einige Zeit brauchen, um das zu verkraften, es gilt Abstand zu gewinnen. Danach müssen und werden wir uns aber zusammensetzen, um diese EURO zu analysieren.

"Krone": Sie mischen sich nie ins Sportliche ein - wo sehen Sie auf die Schnelle die Gründe für das Ausscheiden?
Windtner: Die Aufstellung, dabei bleibe ich, ist einzig und allein Sache des Teamchefs. Für mich war der schlechte Start gegen Ungarn entscheidend, danach sind wir nicht in die Gänge gekommen, einige Leistungsträger erreichten - zum Teil wegen Verletzungen - nicht jene 100 Prozent, die man bei so einem Turnier braucht. Dass es gegen Island fast doch noch geklappt hätte, ist zermürbend. Es tut jetzt noch weh, daran zu denken, dass wir es fast gepackt hätten.

"Krone": Dem war nicht so, jetzt gibt es Kritik am Teamchef, an der Aufstellung, an den Spielern etc. - verstehen Sie diese, ist diese berechtigt?
Windtner: Das ist die übliche Reaktion, die folgt, damit muss man leben. Die Spieler bewegen sich auf einem Level, auf dem sie das verkraften müssen. Ich verstehe, dass viele in Österreich große Hoffnungen hatten, die Enttäuschung jetzt groß ist. Kein Verständnis habe ich nur, wenn die Kritik unter der Gürtellinie ist.

"Krone": Kritik gab es auch wegen des Sponsorentermins nach dem Portugal-Spiel weit nach Mitternacht in der ÖFB-Botschaft nahe Paris.
Windtner: Da gilt es einmal etwas klarzustellen: Es war überhaupt kein Sponsorentermin, sondern ein Abendessen nur für die Mannschaft, die Nahrungsaufnahme war von der sportlichen Leitung gewünscht. Unsere Botschaft lag auf dem Weg zum Flughafen, daher bot sich das an, die Ankunft im Teamquartier in den Morgenstunden war die Folge dessen, dass das Flugzeug nicht betankt gewesen ist.

"Krone": Zum Schluss: Gab’s auch etwas Positives für Sie in Frankreich?
Windtner: Natürlich unsere Fans. Beim Island-Spiel sind 30.000 wie ein Mann hinter dem Team gestanden, das war fantastisch. Mir tut es auch jetzt noch extrem leid, dass wir sie für ihre Unterstützung nicht mit dem Aufstieg belohnen konnten.

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