Mi, 22. November 2017

Briten verlassen EU

24.06.2016 09:56

Erst austreten, dann googeln: Wie geht es weiter?

Großbritannien hat abgestimmt - und verlässt die EU. Der Entscheidung über einen EU-Austritt war ein aggressiver Wahlkampf vorangegangen. Durch die Union sei man der Flüchtlingskrise ausgeliefert, Brüssel diktiere den Briten seine Vorstellungen - die EU-Gegner setzten auf bekannte Argumente und hatten Erfolg. Wie es jetzt weitergeht, wissen aber die wenigsten Briten. Sie fragen dort nach, wo man alles weiß: bei Google. Ihre brennende Frage: "Was passiert, wenn wir die EU verlassen?"

Ob es nun Befürworter oder Gegner des Austrittes waren, die sich gegen Mitternach britischer Zeit an Google wandten, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Fix ist angesichts eines um 250 Prozent erhöhten Suchvolumens nur: Offenbar wissen zahlreiche Briten nicht, wie es nun weitergehen soll.

Die ersten Vorboten dessen, was die Briten nun erwartet, gibt es am Morgen nach dem Referendum bereits. Das britische Pfund hat massiv an Wert verloren, die Wirtschaft - und zwar nicht nur die britische - ist in Aufruhr. Börsianer können sich schon einmal darauf einstellen, dass London und Frankfurt sich um die Vorherrschaft am europäischen Finanzmarkt matchen werden. Und die politische Landschaft wird sich mit dem angekündigten Rücktritt von Premier David Cameron ebenfalls nachhaltig verändern.

Viele Briten suchen jetzt nach irischen Pässen
Manch ein Brite scheint es angesichts der drohenden Folgen des EU-Austrittes bereits mit der Angst zu tun zu bekommen. Wie Google nach dem Brexit-Votum festgestellt hat, mehren sich bereits die Suchanfragen, wie man als Brite an einen irischen Pass komme. Irland bleibt auch nach dem Ausscheiden Großbritanniens Mitglied der EU.

Austritt wurde öfter gegoogelt als Verbleib
All das kommt nicht völlig unerwartet. Die Folgen des EU-Austrittes hätten die vielen Briten, die nun ratlos Google konsultieren, schon vor dem Referendum suchen können. Doch die Briten waren gespalten, zuletzt bekamen die EU-Gegner immer mehr Aufwind. Das zeigen auch die Such-Statistiken bei Google. In der Woche vor dem Referendum wurde "leave the eu" erheblich öfter in Google eingetippt als "remain in eu".

Ein ähnliches Stimmungsbild zeigt sich bei Betrachtung der Suchanfragen nach prominenten EU-Befürwortern und -Gegnern. Laut Google wurde in der Woche vor der Wahl der Chef der EU-kritischen britischen Unabhängigkeitspartei Nigel Farage zeitweise öfter gegoogelt als Premier David Cameron. Noch bis Anfang Juni war Cameron bei den Google-Suchanfragen weit vor Farage.

Jetzt wird gegoogelt, wie es weitergeht
Wie es mit Großbritannien jetzt weitergeht, muss sich zeigen. Werden die der EU freundlich gesinnten Schotten ihrerseits die Unabhängigkeit anstreben und womöglich wieder in die EU eintreten? Kann London seinen Status als europäisches Finanzzentrum nach dem EU-Austritt verteidigen? Wie werden sich die Einreisebestimmungen für EU-Bürger verändern?

Am Morgen nach dem Brexit gibt es viele Fragen. Fragen, auf die abermals viele Menschen Antworten bei Google suchen werden - auch, wenn gewisse Entwicklungen nach dem Votum für den EU-Austritt für Großbritannien nun wohl ohnedies nicht mehr abzuwenden sind.

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