Mi, 18. Oktober 2017

Neuer IV-Präsident

22.06.2016 17:57

Wechsel an Spitze der Industrie

Das neue Gesicht heißt Peter Unterkofler, in Salzburg kein Unbekannter: Der Jurist kehrte 2003 in seine Heimat zurück und führt gemeinsam mit seiner Cousine den Familienbetrieb Jacoby Pharma. Das Unternehmen arbeitet mit Arzneien und Nahrungsergänzungsmitteln und ist Arbeitgeber für rund 700 Beschäftigte. Seit seinem Eintritt im Betrieb engagiert er sich auch in der Standesvertretung - zuerst als Vorstand der jungen Industrie und später als Vize in der Wirtschaftskammer. Der 43-Jährige ist mit der Salzburger Neos-Stadträtin Barbara Unterkofler verheiratet.

Noch-Präsident Rudolf Zrost zieht sich nach neun Jahren als IV-Präsident zurück. Er steht bei der Wahl am 5. Juli nicht mehr zur Verfügung. "Ich gewinne jetzt viel Zeit zurück", meinte er augenzwinkernd über seine persönliche Zukunft. Gemeinsam richtet die IV-Spitze einen besorgten Blick auf den Wirtschaftsstandort: "Salzburg verliert."

Zrost geht, Unterkofler vor Wahl

In einem Vergleich europäischer Regionen lag unser Bundesland 2006 auf Platz 20, 2014 rutschte die Industrielandschaft auf den 40 Rang ab. Ein leichter Aufwärtstrend machte zuletzt ein paar Plätze gut. Auf die Bundespolitik ist Zrost sauer: "Eine Maschinensteuer ist der falsche Weg. Sie würde vor allem exportorientierte Unternehmen nur noch mehr belasten", kritisiert er in Richtung Kanzler Christian Kern. Das bremse wiederum dringend notwendige Investitionen und gefährde gut bezahlte Jobs. "Digitalisierung spart nicht Mitarbeiter ein. Es kommt zu einer Verlagerung in andere Jobs", betont auch Unterkofler.

Zwei Themen liegen ihm besonders am Herzen: Bildung: "Es ist der einzige Rohstoff, den wir weitergeben können", meint er und tritt für mehr Autonomie an den Schulen ein. Start up-Ideen: "Wir brauchen eine neue Kultur des Scheiterns", ist Unterkofler überzeugt, dass es Zeit ist für mehr Mut und Akzeptanz in der Gesellschaft. Die "Start up-Initiative" hilft Jungunternehmern auf die Sprünge.

Wo Salzburgs Wirtschaft nun dringend aufholen muss

Positiv wirke sich in Salzburg beispielsweise das klare Bekenntnis zum Flughafen aus oder die neue Internation Schule am Gymnasium Zaunergasse aus. Stark sind die Branchen Getränkeherstellung, Maschinenbau und Futtermittel. Im IT-Bereich gibt es immer noch zu wenig Fachkräfte.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).