Mo, 20. November 2017

Kandidatur fast fix

22.06.2016 16:30

Grasl gegen Wrabetz: Startschuss zum ORF-Duell

Nun ist es (so gut wie) fix: Der kaufmännische ORF-Direktor Richard Grasl wird den amtierenden Generaldirektor Alexander Wrabetz bei der Wahl zum neuen ORF-Chef herausfordern. Seine Entscheidung teilt Grasl, so Insider, am Donnerstag dem ORF-Stiftungsrat mit. Wrabetz gibt sich gelassen.

"Ja, ich trete an" - diesen von den 35 Stiftungsräten bei ihrer letzten Sitzung vor der Wahl des zukünftigen ORF-Chefs am 9. August mit Spannung erwarteten Satz wird Finanzchef Richard Grasl laut seinem engsten Umfeld am Donnerstag verkünden.

Damit ist das Duell gegen den erneut kandidierenden ORF-General Wrabetz eröffnet. Grasl-Vertraute erklären, dass dies allerdings keine Kandidatur GEGEN seinen Chef Wrabetz, sondern FÜR den ORF sei.

Grasl wartete auf das Okay seiner Familie
Grasl, der Vater zweier Kinder ist, holte sich dem Vernehmen nach für seine Entscheidung noch das Okay seiner Familie, allen voran von Ehefrau Kerstin (39), einer Lehrerin.

Der Niederösterreicher ist seit 2009 kaufmännischer Direktor des ORF. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise schaffte er seit seinem Amtsantritt - freilich auch mit viel Gebührengeld (siehe Infobox) - einen Gewinn. Zudem flossen pro Jahr 400 Millionen Euro ins TV-Programm.

Langjähriger Journalist im ORF Niederösterreich
Grasl wird vor den Stiftungsräten, die den neuen ORF-General wählen, aber wohl nicht nur als Zahlenmensch punkten wollen, sondern auch als Journalist mit langjähriger Erfahrung im ORF-Landesstudio Niederösterreich.

Im kleinen Kreis skizzierte der 43-jährige bereits sein Zukunftskonzept für den ORF: Demnach wären ihm die besonders in jüngster Zeit stark kritisierte ORF-Information, mehr österreichisches Programm und der Kampf um junge Zielgruppen wichtig.

ORF-Chef Wrabetz reagiert via "Krone": "Ich habe immer gesagt, dass meine Kandidatur unabhängig von einem Gegenkandidaten stattfindet. Ich habe die Geschäftsführung in den vergangenen zwei Perioden professionell und erfolgreich geführt. Ich glaube, dass meine guten Ergebnisse sowie meine Strategien und Konzepte unabhängig von Gegenkandidaten überzeugend sind."

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