Mo, 11. Dezember 2017

Neue Erkenntnisse

22.06.2016 12:40

D: Ex-Krankenpfleger tötete Dutzende Patienten

Die Mordserie des ehemaligen deutschen Krankenpflegers Niels H. ist nach neuen Erkenntnissen noch umfassender als bisher bekannt. Der bereits wegen Mordes Verurteilte habe vor seinen Taten im Klinikum Delmenhorst auch im Klinikum Oldenburg mehrere Patienten getötet, teilten die Ermittler am Mittwoch mit.

Der Ex-Pfleger hatte vor Gericht gestanden, für den Tod von bis zu 30 Menschen im Klinikum Delmenhorst im Bundesland Niedersachsen verantwortlich zu sein, indem er ihnen heimlich eine Überdosis eines Herzmedikaments gespritzt habe. Der heute 39-Jährige wurde 2015 aber lediglich wegen zweifachen Mordes, zweifachen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslanger Haft verurteilt.

"Tatsächliche Zahl der Opfer vermutlich deutlich höher"
Von 99 exhumierten ehemaligen Patienten des Klinikums Delmenhorst seien bei 27 Rückstände eines Herzmedikaments entdeckt worden, sagte der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme am Mittwoch. Darüber hinaus habe der Mann gestanden, auch im Klinikum Oldenburg in Niedersachsen den Tod mehrerer Menschen mittels Kaliuminjektionen herbeigeführt zu haben. "Wir gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer von Niels H. deutlich höher ist."

Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann teilte zu den Vernehmungen mit: "Wie viele Patienten Opfer in Oldenburg waren, können wir derzeit nicht sagen." Der Ex-Pfleger habe Patienten absichtlich mit Medikamenten in einen "reanimationspflichtigen Zustand" gebracht, um anschließend bei der Reanimation seine Fähigkeiten zu beweisen.

"Es wird natürlich eine weitere Anklage geben", so Schiereck-Bohlmann. Das Verfahren werde alle Taten umfassen, die Niels H. noch nachgewiesen werden könnten. "Die rechtliche Konsequenz wird am Ende dieselbe sein - lebenslängliche Haft und besondere Schwere der Schuld. Daran wird sich nichts ändern", sagte die Staatsanwältin.

Ermittlungen gehen weiter: "Jeder Stein wird umgedreht"
Die Ermittlungen würden sich vermutlich noch bis ins nächste Jahr hinziehen, sagte der stellvertretende Leiter der Oldenburger Staatsanwaltschaft, Thomas Sander. "Sie dauern so lange, bis wir das unselige Wirken des Niels H. komplett aufgeklärt haben." Es werde "jeder Stein umgedreht".

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