Fr, 17. November 2017

Nicht Syrien, Irak

22.06.2016 12:34

Merkel: „Zentrales Problem ist Flucht aus Afrika“

Afrika ist nach den Worten von Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel die größte Herausforderung für die Europäische Union in der Migrationspolitik. Die Probleme mit Syrien und dem Irak könnten in absehbarer Zeit gelöst werden, sagte Merkel am Dienstagabend auf dem Wirtschaftstag der CDU in Berlin. "Das zentrale Problem ist die Migration aus Afrika mit 1,2 Milliarden Menschen."

Dies liege nicht nur daran, dass über das nordafrikanische Land Libyen derzeit Flüchtlinge über das Mittelmeer kämen. In Afrika gebe es ein erhebliches Bevölkerungswachstum und gleichzeitig in vielen Teilen keine ausreichende wirtschaftliche Entwicklung. "Wir müssen uns zentral mit Afrika beschäftigen", forderte Merkel. Ansonsten lasse sich die künftige Migration nicht in den Griff bekommen.

"Europa hat eine geografisch komplizierte Lage"
Zudem sorge die Digitalisierung dafür, dass die Menschen in Afrika über Smartphones sehr gut über die riesigen Wohlstandsunterschiede informiert würden. Die USA hätten solche Probleme wegen ihrer geografischen Lage mit zwei Ozeanen im Osten und Westen sowie Kanada als nördliche Nachbarn nicht. "Wir Europäer haben eine geografisch komplizierte Lage", sagte sie mit Hinweis auf Afrika und den Nahen Osten.

Flüchtlingsabkommen mit anderen Drittstaaten geplant
Angesichts die Migrationsströme aus Afrika - die Grenzschutzagentur Frontex rechnet für heuer mit rund 300.000 Flüchtlingen, die aus Libyen über das Mittelmeer in die EU kommen werden - versucht die EU nun ähnliche Abkommen wie mit der Türkei auch mit anderen Anrainerstaaten abzuschließen. Dies fordert auch Außenminister Sebastian Kurz, der mit Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil einen Aktionsplan in der EU durchsetzen möchte, der die Abwicklung von Asylverfahren nur mehr außerhalb der EU vorsieht.

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