Sa, 18. November 2017

Opfer von Mobbing

21.06.2016 16:41

Alkohol-Affäre, Intrigen und Strafanzeigen

Es zeichnet sich ein regelrechter Sumpf aus Alkoholgelagen, Mobbing, Intrigen und persönlichen Fehden im Vermessungsamt der MA 6 ab: Die Affäre spitzte sich so zu, dass Mitarbeiter Peter R. seinen Amtsleiter und den Baudirektor anzeigte, weil er des Diebstahls bezichtigt wurde und fast seinen Job verloren hätte.

Nach außen tun sich laut Peter R. Abgründe bei Teilen der Belegschaft im Vermessungsamt an der Faberstraße auf, in das er vor Monaten aus der Abteilung 7 versetzt wurde: Der 50-Jährige berichtet der "Krone" von Alkoholgelagen mit Bier und Schnaps während und nach der Dienstzeit in den Amtsräumen, Erbrochenem aus Rache auf seinem Bürosessel, Dauerverstößen gegen das Rauchverbot, schlafenden Mitarbeitern, die offensichtlich früh morgens alkoholisiert waren und dem dazugehörigen Mobbing, weil er am Ende nicht mehr mitmachen wollte: "Man hat mir am Anfang keine Arbeit zugeteilt, ich sollte in Supermarktprospekten nach den billigsten Bierangeboten suchen. Die Kisten wurden dann in den Schränken verstaut, der Kühlschrank war oft voll mit Bier. Es wurde schon vormittags regelmäßig in der Dienstzeit getrunken, auch harte Alkoholika." Mit seiner Handykamera hielt er die Zustände fest (siehe Bilder unten), was ihm nach eigenen Angaben noch mehr Probleme bescherte: "Ich wurde dann plötzlich von Kollegen bezichtigt, ich hätte alte Straßenschilder in meinen Wagen gepackt und in Grödig verkauft. Dann wurde ich vom Amtsleiter und dem Baudirektor angezeigt und mir wurde die Kündigung dringend angeraten, obwohl ich unschuldig bin."

Unschuldig Opfer von Mobbing und einer Schmutzkübelkampagne

Die Staatsanwaltschaft ermittelte daraufhin, doch selbst ausgewertete Videoaufnahmen belegten, dass R. unschuldig war. Das Verfahren wurde eingestellt, der Druck auf R. wurde aber immer stärker. Der Vertragsbedienstete ging wegen der seelischen Belastung in den Krankenstand und engagierte Rechtsanwalt Andreas Schöppl, der wiederum den Amtsleiter und den Baudirektor wegen Verleumdung anzeigte und Bürgermeister Heinz Schaden anschrieb: "Es ist erwiesen, dass mein Mandat unschuldig Opfer von Mobbing und einer Schmutzkübelkampagne ist. Im Magistrat gibt es offensichtlich einige wortwörtliche Sümpfe, die trocken gelegt werden müssen." Schöppl fordert für R. Schadensersatz für die Vorgänge und den verursachten seelischen Schaden. Aus dem Amt heißt es hingegen, R. gelte generell als schwierig und kaum teamfähig, er hätte sich außerdem an den feuchtfröhlichen Feiern beteiligt, was der 50-Jährige auch nicht abstreitet: "Mir geht es nur um den verbotenen Konsum in der Dienstzeit und die Attacken gegen mich. Nach dem Ausstempeln hatten wir die Erlaubnis des Amtsleiters bei Anlässen Alkohol zu trinken. Ich habe mich ein paar Mal daran beteiligt, bei meinem Geburtstag etwa. Da gibt es auch Bilder davon, ich habe mir aber nichts vorzuwerfen. Mir ist schon klar, dass jetzt alles gegen mich versucht wird."

Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte

Magistratsdirektor Martin Floss nimmt die Angelegenheit mehr als ernst: "Ich habe nach Inkenntnissetzung sofort die Zuständigen zu mir zitiert und mit voller Unterstützung von Personalvertreter Johann Auer verfügt, dass diese Zustände abgedreht werden. Bei Alkohol gibt es null Toleranz, wobei nicht erwiesen ist, dass wirklich in der Dienstzeit getrunken wurde. Es gibt eine Regelung, dass Alkoholkonsum bei angemeldeten Feiern in einem gewissen Rahmen erlaubt ist. Was ich dazu sagen muss: Wir haben an einem gemeinsamen Tisch mit allen Beteiligten nach einem Konsens gesucht. Der ist gescheitert. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Wir sind aber bemüht eine Lösung für Herrn R. zu finden." Der erbetene Rückruf beim Baudirektor blieb am Dienstag aus, der Amtsleiter wollte zu den Vorwürfen keine Auskünfte geben.

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