Fr, 17. November 2017

Nach Orlando-Drama

21.06.2016 16:52

Politiker verlost ähnliche Waffe, die Täter hatte

Nach dem Terrorattentat von Orlando sorgt ein Politiker aus Florida mit der Verlosung eines Gewehrs für Wirbel. Greg Evers, der für die Republikaner im Senat des Bundesstaates sitzt, verlost unter den Fans seiner Facebook-Seite eine Waffe vom Typ AR-15. Der Attentäter von Orlando hatte mit einer ähnlichen Waffe und einer Pistole 49 Menschen getötet und weitere 53 verletzt.

Ein Sprecher von Evers' Wahlkampfteam rechtfertigte die Aktion am Dienstag: "Präsident Barack Obama schiebt die Schuld für den Zwischenfall auf eine Waffe und nicht auf islamistischen Terrorismus", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Unser Punkt ist: Wir haben in den USA das Recht, uns selbst zu verteidigen. Wenn der Präsident uns nicht schützt, zählen wir auf den zweiten Verfassungszusatz." Der Zusatz erlaubt es den Bürgern, Waffen zu besitzen und zu tragen. Evers bewirbt sich derzeit für einen Sitz im Repräsentantenhaus.

Das AR-15 ist äußerlich fast identisch mit dem Sturmgewehr M16, das ans Militär verkauft wird. Viele der schlimmsten Bluttaten in den USA in den vergangenen Jahren wurden damit begangen. Präsident Obama forderte nach dem Orlando-Attentat, das Verbot von "kriegsähnlichen" Waffen zu erneuern.

Allerdings sind vor Kurzem zum wiederholten Mal Gesetzesverschärfungen im Senat gescheitert. Mit den neuen Regeln hätte verhindert werden sollen, dass Menschen, die auf einer Terror- oder Flugverbotsliste geführt werden, Waffen kaufen können. Zur Abstimmung standen insgesamt vier Vorschläge zur Änderung bestehenden Rechts. Sie verfehlten am Montagabend jeweils die nötige Mehrheit von 60 Stimmen.

Selbst der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump zeigte sich zuletzt offen für leichte Einschränkungen beim Erwerb von Schusswaffen. Trump kündigte auf Twitter an, er wolle mit der Waffenlobby NRA über ein Verbot des Waffenverkaufs an Terrorverdächtige sprechen. Bisher hatte der Rechtspopulist im Wahlkampf jegliche Einschränkungen des in der US-Verfassung verankerten Rechts auf Waffenbesitz kategorisch abgelehnt - in völligem Einklang mit der mächtigen NRA, die Trump ihre Unterstützung im Wahlkampf ausgesprochen hat.

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