Fr, 24. November 2017

Objektiv 2016

21.06.2016 20:30

Das ist Österreichs Pressefoto des Jahres

Ein Bild des Flüchtlingsmädchens Dunja ist Österreichs "Pressefoto des Jahres". Das Motiv zeigt das lächelnde Mädchen, als es sich im Sommer des Vorjahres bei 35 Grad Hitze im Wassernebel aus Rohren der Feuerwehr von Feldkirchen an der Donau abkühlte. Der Hobbyfotograf und Feuerwehrmann Martin Peneder wurde für die Aufnahme Dienstagabend mit dem "Objektiv 2016" ausgezeichnet.

Peneders Bild verbreitete sich zunächst viral via Facebook und wurde danach von zahlreichen österreichischen und internationalen Zeitungen abgedruckt.

"Das Bild illustriert das wichtigste politische Thema des vergangenen Jahres auf besondere Weise: Es geht in der Flüchtlingskrise nicht nur um Leben und Tod, Sorgen und Ängste, Staatskrisen und Grenzzäune, es geht um Menschen, um Kinder, die sich an den selben Dingen freuen wie alle anderen Kinder auch. Das Bild berührt den Betrachter. Es gibt Hoffnung", so das Urteil der "Objektiv"-Jury.

Peneder freut sich über Auszeichnung
Der Fotograf freute sich schon vor der Auszeichnung über die große mediale Aufmerksamkeit für sein Bild. "Wir hätten nie mit so einer Resonanz auf die Bilder und auf unsere Aktion gerechnet und freuen uns nach wie vor, dass wir so viel Zuspruch erhalten haben und das eigentlich nur, weil wir Menschen, die alles verloren haben, eine kleine Freude mit dieser Abkühlungsaktion bereiten wollten", so Peneder. Flüchtlingsmädchen Dunja nahm Dienstagabend mit ihrer Familie an der Preisverleihung im Wiener Metropol teil.

Der von der Austria Presse Agentur (APA) vergebene und erstmals von der Bundesinnung der Berufsfotografen und APA-PictureDesk gesponserte österreichische Preis für Pressefotografie wurde dabei in insgesamt sechs Kategorien vergeben. Peneders Aufnahme gewann auch die Sparte Innen- und Außenpolitik.

Flüchtlingsthema dominierte Objektiv 2016
Die Flüchtlingsthematik war das dominierende Motiv beim "Objektiv 2016". In der Kategorie Innen- und Außenpolitik landete etwa auch "Kurier"-Fotograf Jürg Christandl mit seinem bekannten Bild von Asylwerbern im Angesicht einer FPÖ-Protestaktion unter den besten bzw. nominierten Aufnahmen.

Bei den Fotoserien siegte Christian Bruna mit der Bild-Reportage "Auf der Flucht". Die für die Nachrichtenagentur Associated Press produzierte Serie zeigte Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Österreich in Nickelsdorf, im ungarischen Röszke und im slowenischen Sentilj.

Chronik-Preis für Bild von Mauthausen-Überlebenden
Die Kategorie Chronik ging an Volker Weihbold von den "Oberösterreichischen Nachrichten" für ein Bild von einem Treffen der letzten Überlebenden und Befreier des Konzentrationslagers Mauthausen.

In der Wirtschaft wurde "News"-Fotograf Heinz Stephan Tesarek für eine Aufnahme vom letzten Arbeitstag im Werk des Wäscheherstellers Triumph in Oberwart ausgezeichnet.

"Standard"-Fotograf Robert Newald holte mit einem Bild der renommierten Fotografin Lisl Steiner die Kategorie Kunst und Kultur. Im Sport gewann Andreas Pranter für die Agentur GEPA pictures mit einem Motiv des Skispringers Gregor Schlierenzauer.

Heuer gab es insgesamt 400 Einreichungen
Der mit insgesamt 16.000 Euro dotierte Wettbewerb um die besten Pressebilder des Jahres wurde heuer bereits zum elften Mal von der APA vergeben. Die Kategorien-Preisgelder von jeweils 2000 Euro steuerte heuer die Bundesinnung der Berufsfotografen bei, für den Hauptpreisträger gab es zusätzliche 4000 Euro von APA-PictureDesk.

Insgesamt gab es 2016 rund 400 Einreichungen von über 120 Fotografen. Die eingereichten Bilder mussten zwischen 1. April 2015 und 31. März 2016 in einem österreichischen Medium (Print, Online oder Agentur) veröffentlicht worden sein.

Die Siegerfotos wurden in einem anonymisierten Verfahren von einer Fachjury aus Fotoexperten, Fotografen und Journalisten ausgewählt und die Arbeiten nach inhaltlicher Aussagekraft sowie ästhetischen, technischen und gestalterischen Qualitätsstandards bewertet.

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