Mi, 18. Oktober 2017

Vor Gericht in GB

18.06.2016 13:54

Mörder von Cox: „Mein Name ist Tod für Verräter“

Der mutmaßliche Mörder der britischen Abgeordneten Jo Cox ist am Samstag einem Gericht in London vorgeführt worden. Auf die Frage nach seinem Namen sagte der 52-Jährige: "Mein Name ist Tod für Verräter. Freiheit für Großbritannien!" Ansonsten schwieg er in der 15 Minuten langen Anhörung, nach der er in Haft blieb. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Mann des Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und des unerlaubten Waffenbesitzes.

Nach der eigenartige Aussage des wegen Mordes Angeklagten sagte die Richterin Emma Arbuthnot, "er sollte von einem Psychiater gesehen werden". Am Montag soll der Mann in Londoner dem Strafgerichtshof vorgeführt werden.

Die 41-jährige Labour-Abgeordnete und EU-Befürworterin Cox war am Donnerstag im nordenglischen Birstall durch Schüsse und Messerstiche getötet worden. Die Polizei nahm den Verdächtigen, den Medien als Tommy Mair identifiziert haben, in der Nähe des Tatorts fest und stellte Waffen bei ihm sicher. Laut Zeugen rief er bei der Tat "Britain first" (Großbritannien zuerst). Das ist auch der Name einer nationalistischen Gruppierung, die sich selbst als "patriotische politische Partei" bezeichnet. Ihre Vizechefin Jayda Fransen distanzierte sich von dem Mordanschlag, den sie als "absolut abstoßend" bezeichnete.

Ermittlungen in der Neonazi-Szene
Die Polizei prüft nach eigenen Angaben zusammen mit Anti-Terror-Experten Medienberichte, wonach Mair Verbindungen zu Rechtsextremisten hatte und wegen psychischer Probleme in Behandlung war. Die renommierte US-Antirassismus-Organisation Southern Poverty Law Center berichtete, dass der Mann jahrzehntelang die US-Neonazigruppierung National Alliance unterstützt habe. Nach Angaben der Zeitung "The Guardian" fand die Polizei in der Wohnung des 52-Jährigen Nazi-Symbole und rechtsextreme Schriften.

Das Attentat schockierte die Briten, die am kommenden Donnerstag über den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union abstimmen. Wegen des Mordes wurde der Wahlkampf bis einschließlich Samstag ausgesetzt. Cox hatte sich mit Nachdruck gegen einen Austritt aus der EU ausgesprochen. Die Polizei prüft, ob das ein Tatmotiv war.

Auf Twitter kursiert mittlerweile dieses Bild, das Mair bei einer Kundgebung gegen Muslime zeigt:

Hunderte Menschen bei Gedenkfeier
Am Freitagabend versammelten sich Hunderte Menschen in der Nähe des Parlaments in London zu einer Gedenkfeier und hielten gemeinsam eine Schweigeminute ab. Viele legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Cox lebte mit ihrem Ehemann und ihren zwei kleinen Kindern auf einem Hausboot auf der Themse nahe der Tower Bridge. Auch dort legten Trauernde Blumen für die ermordete Politikerin nieder.

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