Sa, 18. November 2017

Zwölf Festnahmen

18.06.2016 17:04

Razzien in Belgien: Anschlag auf Fanzone geplant?

In Brüssel und zahlreichen anderen Städten Belgiens sind im Zuge Dutzender Razzien am Freitag und Samstag zwölf Personen unter dem Verdacht, neue Terroranschläge geplant zu haben, festgenommen worden. Ermittlungsergebnisse hätten ein "unmittelbares Einschreiten wegen Gefahr im Verzug" erfordert, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft am Samstag mit. Belgischen Medien zufolge soll ein Anschlag auf Fanzonen in Belgien während des EM-Spiels der belgischen Nationalmannschaft gegen Irland geplant gewesen sein.

Das Spiel fand am Samstagnachmittag im französischen Bordeaux statt und endete mit einem 3:0-Erfolg der Belgier. Die belgische Zeitung "Le Soir" berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, potenzielle Ziele seien Public-Viewing-Zonen, wo Fans sich EM-Spiele ansehen, oder andere stark belebte Orte wie Einkaufszentren und Bahnhöfe.

Razzien "ohne Zwischenfälle" verlaufen
Dutzende Häuser und Garagen in 16 Gemeinden waren während der Razzien in der Nacht auf Samstag durchsucht worden, darunter auch in der als Islamisten-Hochburg geltenden Brüsseler Gemeinde Molenbeek - jenem Stadtteil, aus dem die meisten Terroristen der Anschläge vom 22. März in Brüssel und vom 13. November 2015 in Paris stammten. Die Polizeieinsätze seien "ohne Zwischenfälle" verlaufen.

Schutz für Regierungsmitglieder verstärkt
Ministerpräsident Charles Michel berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein. Wegen einer ebenfalls "unmittelbaren" Bedrohung waren erst am Freitag die Sicherheitsvorkehrungen für mehrere belgische Politiker verschärft worden, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Regierungskreisen erfuhr. Darunter sind laut dem Rundfunksender RTBF und der Zeitung "Het Nieuwsblad" Michel, Außenminister Didier Reynders, Innenminister Jan Jambon und Justizminister Koen Geens. Ein Zusammenhang zu den nächtlichen Razzien besteht demnach aber nicht.

30-Jähriger soll an Brüssel-Terror beteiligt gewesen sein
Am Freitagabend hatte die belgische Staatsanwaltschaft die Festnahme eines achten Verdächtigen im Zusammenhang mit den Anschlägen von Brüssel bekannt gegeben. Gegen den 30-jährigen Belgier Youssef E. A. wurde Haftbefehl erlassen. Ihm werden "die Teilnahme an Aktivitäten einer Terrorgruppe, Mord sowie versuchter Mord in einem terroristischen Kontext als Täter, Mittäter oder Komplize" vorgeworfen. Im Rahmen der Ermittlungen seien am Freitag zudem Ereignisse in einem Haus in der Brüsseler Gemeinde Etterbeek "rekonstruiert" worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dieses sei vermutlich vor den Anschlägen von der Terrorgruppe als Unterschlupf genutzt worden.

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