Mi, 22. November 2017

Grünes Licht im NR

16.06.2016 21:40

Volksschulen: Sitzenbleiben wird abgeschafft

Sitzenbleiben in der Volksschule wird de facto abgeschafft. Zudem wird die alternative Leistungsbeurteilung ins Regelschulwesen übergeführt. Diese und weitere Maßnahmen wurden am Donnerstagabend in einem Bildungspaket vom Nationalrat gegen die Stimmen von FPÖ und Team Stronach beschlossen.

Bis zur dritten Klasse Volksschule sind Schüler künftig "jedenfalls berechtigt, in die nächsthöhere Schulstufe aufzusteigen". Dafür wird die derzeit in den ersten beiden Klassen bestehende Möglichkeit eines "unterjährigen" Wechsels der Schulstufe auf die dritte Klasse ausgeweitet. Über die Form der Leistungsbeurteilung in den ersten drei Klassen sollen Lehrer und Eltern im Schulforum entscheiden. Davon hängt also ab, ob klassische Ziffernnoten vergeben werden oder eine ausformulierte Leistungsbeurteilung erfolgt.

Außerordentliche Schüler: Förderung in "Sprachstartgruppen"
Außerordentliche Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen können in Zukunft für höchstens zwei Jahre auch in "Sprachstartgruppen" gefördert werden. Über die Einrichtung dieser Gruppen bzw. Kurse entscheidet die jeweilige Behörde. Änderungen gibt es außerdem bei der Schuleinschreibung: Für einen besseren Übergang in die Volksschule müssen die Eltern dabei Unterlagen vorlegen, die während der Kindergartenzeit zur Dokumentation des Entwicklungsstandes, insbesondere des Sprachstandes, erstellt wurden.

Grüne und NEOS fordern weitere Reformen
Grüne und NEOS goutierten die Änderungen, forderten aber auch, dass noch mehr folgen müsse. Sowohl der grüne Bildungssprecher Harald Walser als auch NEOS-Klubobmann Matthias Strolz erinnerten daran, dass die Koalition bis zum Sommer ihr gesamtes Bildungsprogramm umsetzen wollte, jetzt aber gerade einmal das erste von sechs geplanten Paketen beschlussreif sei.

FPÖ und Team Stronach zweifeln Erfolg der Novelle an
Freiheitliche und Team Stronach fanden das Gesetzeswerk nicht unterstützungswürdig. FPÖ-Mandatar Gerhard Hauser bezweifelte, dass die Maßnahmen dazu beitragen könnten, Kindern die Grundfertigkeiten beizubringen. Er bedauerte, dass es Eltern nicht ermöglicht werde, Ziffernnoten einzufordern.

Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar ärgerte sich einmal mehr, dass Kinder unverändert "90 Prozent unnötiges Wissen auswendig lernen" müssten, das man auch ergoogeln könne. Das Schulsystem mit einem Schlag auf bessere Beine stellen könnte man aus seiner Sicht, wenn man Privatschulen genauso fördern würde wie öffentliche.

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