Fr, 24. November 2017

Last-Minute-2:0-Sieg

15.06.2016 22:59

Griezmann & Payet retten Frankreich vor Blamage!

Europameister Frankreich? Spiel 15 bei der EM 2016 hat einige Zweifel an diesem Tipp aufkommen lassen, denn dass ein mattes 2:0 von "Les Bleus" gegen - aufopferungsvoll kämpfende - Albaner schnurgerade in Richtung Finale am 10. Juli im Stade de France hinführt, kann man nicht gerade sagen. Die 67.354 Zuschauer im Stade Velodrome von Marseille sahen zwar eine über weite Strecken feldüberlegene französische Equipe, die aber über ebenso weite Strecken Spielwitz und Effizienz vermissen ließ. Dass "Les Bleus am Ende dennoch über einen Dreier und den damit verbundenen Achtelfinal-Einzug jubeln durften, lag an den Last-Minute-Treffern von Antoine Griezmann und Dimitri Payet (95.). Die beiden Volltreffer sehen Sie im Video oben!

Emotional ordentlich "aufgezuckert" durch eine feurig-intensive - und gefühlt einige Alzerl schneller als üblich gespielte - "Marseilleise", die französische Nationalhymne, starteten die Mannen von Teamchef Didier Deschamps mit viel Pfeffer in die Partie. Kein Vergleich mit der Anfangsphase des Spiels gegen Rumänien, in dem "Les Bleus" fahrig und gehemmt aufgetreten waren! Womöglich war dies auch den Umstellungen in der französischen Elf geschuldet, die geändert in einem 4-3-2-1 statt einem 4-3-3 auflief - mit Kingsley Coman und Anthony Martial offensiv an den Flügeln sowie Dimitri Payet im Zentrum.

Auch wenn knackige Chancen ausblieben und erste Aktionen der Hausherren durch Olivier Giroud (3./Kopfball drüber), Martial (7.) und nochmal Giroud (9./Kopfball verpasst) Gefahr nur andeuteten - die Albaner schafften es im Vergleich dazu in den ersten zehn Minuten nicht einmal wirklich bis an den gegnerischen Strafraum.

Albanien stellt sich auf anfangs überlegene Franzosen besser ein
An Mut mangelte es den von Gianni De Biasi gecoachten Skipetaren freilich nicht: Allzu tief ließen sie sich selten hineindrücken, meistens versuchten sie den Angriffselan der Franzosen ab der Mittellinie zu stören - mit zunehmender Intensität, je näher Payet und Co. dem von Etrit Berisha gehüteten albanischen Kasten kamen. Und das taten sie immer wieder mal: Vor allem Martial wurde auffällig, doch sowohl in Minute 15 als auch in Minute 21 wurden seine Versuche rechtzeitig abgeblockt. Dazwischen hatte Albanien durch Ermir Lenjani den ersten echten Torschuss in der Matchstatistik untergebracht (14.) - allerdings stellte er Goalie Hugo Lloris nicht vor größere Probleme. Die bekamen indes die Vorderleute des Tottenham-Tormanns mit dem sich immer besser einspielenden Defensivauftreten der Albaner - die Überlegenheit ging zurück, auch wenn man ob der knapp zwei Drittel Ballbesitz in Spielhälfte eins etwas anderes vermuten hätte können.

Franzosen bauen immer mehr ab, Albaner nun auch offensiver
Überraschend konnte Albanien sogar in der Folge den einen oder anderen Nadelstich in Richtung französisches Tor setzen: Bei einer von Martial abgefälschten Hysaj-Flanke kam Armando Sadiku gegenüber Lloris zu spät (24.) und nach einem flachen Sadiku-Eckball traf Lenjani den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig (38.). Ebenfalls nicht ungefährlich: Ein Freistoß von Ledian Memushaj (44./drüber) und ein von Köln-Verteidiger Mergim Mavraj verpasster Eckball (45.). Und Frankreich? Am ehesten sorgten noch ein an Zinedine Zidane gemahnendes "Zauberkunststück" an der Outlinie sowie eine akrobatische Kung-Fu-Einlage von Routinier Patrice Evra (42.) für Staunen - aber Gefahr für das Tor von Albanien? Nein, die gab es nicht wirklich!

Frankreich-Coach Deschamps stellt - erfolgreich - um
Die Leistung in Spielhälfte eins war letztlich für Coach Deschamps Grund genug, nach der Pause wieder auf das bei den Franzosen bewährte 4-3-3 umzustellen - Martial blieb in der Kabine und für ihn kam Juve-Hirn Paul Pogba ins Spiel. Und tatsächlich: Keine 30 Sekunden nach Verklingen des Wiederanpfiffs durch Schiri William Collum ging ein Flugkopfball von Coman nach Flanke von Giroud und Verlängerung von Blaise Matuidi knapp drüber. Wenig später verpasste Adil Rami eine Freistoßflanke von Payet nur knapp (48.). Doch Albanien erlaubte den Franzosen nicht, durch gelungene Offensivaktionen viel Sicherheit zu gewinnen: Nach einer hohen Flanke über rechts lenkte N’Golo Kanté den Ball an den linken Pfosten seines, des französischen (!), Gehäuses - den Abpraller konnte der bereits am Boden liegende Memushaj nicht mehr kontrolliert setzen (52.).

Französisches Powerplay erst kurz vor Schluss belohnt
Auch wenn diese Aktion "Les Bleus" vergegenwärtigte, nicht völlig kopflos nach vorne stürmen zu dürfen: Pogba und Co. kamen nun immer öfter und durchaus auch gefährlich vor das albanische Tor - zeitweise erinnerte das Offensivspiel der Franzosen nun an ein Eishockey-Powerplay: Doch Pogba (54./nach Payet-Flanke), Laurent Koscielny (63./Kopfball), Giroud (67./per Kopf an die Stange!) sowie Hereingaben von Payet (81.) und Bacary Sagna (84.) brachten vorerst nichts ein. Positiv: Was man den Albanern durchaus hoch anrechnen muss: Obwohl sie von ihren Gegnern ordentlich unter Druck gesetzt wurden, hielten sie sich bei aller Kampfkraft und Zweikampf-Intensität mit Härteeinlagen zurück. Letztlich blieben ihre Bemühungen allerdings unbelohnt: Als sich wohl schon die Mehrzahl der Anhänger der "Équipe Tricolore" mit einem enttäsuchenden 0:0 zufriedenzugeben schien, schlugen erst der eingewechselte Griezmann (90.) und zu guter Letzt auch noch Payet (95.) zu!

Frankreich steht damit fix im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft, den Nimbus eines Titel-Mitfavoriten konnten "Les Bleus" mit diesem sehr spät herausgeschossenen 2:0-Sieg allerdings nicht gerade untermauern.

Das Ergebnis:
Frankreich - Albanien 2:0 (0:0)
Marseille, Stade Velodrome, 63.670, SR William Collum/SCO
Tore: 1:0 (90.) Griezmann, 2:0 (96.) Payet
Gelbe Karten: Kante bzw. Kukeli, Abrashi
Frankreich: Lloris - Sagna, Rami, Koscielny, Evra - Kante, Matuidi - Coman (68. Griezmann), Payet, Martial (46. Pogba) - Giroud (77. Gignac)
Albanien: Berisha - Hysaj, Ajeti (85. Veseli), Mavra, Agolli - Kukeli (74. T. Xhaka) - Lila (71. Roshi), Abrashi, Memushaj, Lenjani - Sadiku

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