Sa, 18. November 2017

Klimawandel-Folge

15.06.2016 11:32

Seltene Rattenart in Australien ausgestorben

Eine seltene Rattenart ist nach Überzeugung von Wissenschaftlern in Australien als Folge des Klimawandels ausgestorben. Die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte kam nur auf der 300 mal 100 Meter großen Sandinsel Bramble Cay am nördlichsten Ende des Great Barrier Reefs vor. Dort wurde seit 2009 kein Tier mehr gesichtet.

Dies sei der erste dokumentierte Fall eines Säugetieres, das aufgrund des von Menschen verursachten Klimawandels ausgestorben ist, sagte Luke Leung von der Universität Queensland am Mittwoch. "Hauptgrund für das Aussterben sind die hohen Wellen am Strand und die Sturmfluten, die die Insel regelmäßig überschwemmen", so der Forscher. Durch Erosion sei die Insel deutlich geschrumpft. "Wir haben den Nachweis, dass das Meerwasser die Vegetation zerstört hat, die die Ratte als Nahrung und Zufluchtsort brauchte." Die stärkeren Wellen seien auf den Klimawandel zurückzuführen.

"Sind sicher, dass die Ratte ausgestorben ist"
Wissenschaftler seien seit 2009 mehrfach auf der Insel gewesen und hätten Kameras aufgestellt. "Sie wurden nie gesichtet. Wir haben keine Spuren und keinen Kot gefunden. Wir sind uns sehr sicher, dass die Ratte ausgestorben ist", sagte Leung. Die Naturschutzunion IUCN ging 2008 von noch 50 Exemplaren aus. "Ein Taxon (eine Gruppe von Lebewesen, Anm.) ist ausgestorben, wenn kein begründeter Zweifel vorhanden ist, dass das letzte Individuum gestorben ist", heißt es dort.

Auch in Zoos oder Zuchtstationen gebe es keine überlebenden Exemplare, sagte Leung. Nach seinen Angaben hatten die Behörden einmal versucht, einige Tiere von der Insel zu holen und zu züchten. Langfristig habe dafür aber das Engagement gefehlt, so der Wissenschaftler.

In den 70er-Jahren gab es noch Hunderte Tiere
Die Ratten wurden Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals beschrieben. Noch in den 1970er-Jahren hätten Hunderte der Nager auf der Insel gelebt, sagte Leung. Die Umweltstiftung WWF rief die australische Regierung auf, mehr zum Schutz gefährdeter Arten zu tun. Sie verwies auf die verheerenden Folgen der Korallenbleiche, die das Great Barrier Reef in den vergangenen Monaten schwer geschädigt hat. "Das Great Barrier Reef ist jetzt das Gesicht des Klimawandels", meinte Darren Grover vom WWF.

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