Di, 12. Dezember 2017

"Business-Facebook"

14.06.2016 06:30

Wieso Microsoft für 26 Mrd. Dollar LinkedIn kauft

Zwei Jahre nach Amtsantritt als Microsoft-Chef hat Satya Nadella die mit mehr als 26 Milliarden US-Dollar teuerste Übernahme der Firmengeschichte angekündigt. Redmond schluckt das "Business-Facebook" LinkedIn, das über 400 Millionen Nutzern bei Kontaktpflege, Jobsuche und anderen Schauplätzen des Erwerbslebens hilft. Aber was will Microsoft mit dem wegen Datenlecks in Verruf geratenen Dienst? Ein Nadella-Memo gibt Antworten.

Im Papier, das dem IT-Nachrichtenportal "The Verge" zugetragen wurde, heißt es, LinkedIn sei für viele Menschen im Geschäftsalltag ein Schlüsselwerkzeug - ebenso wie Microsofts Office-Paket. Mit der Übernahme hat man nun die Möglichkeit, die beiden Angebote eng zu verknüpfen und schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Google-Abwehr und Datenschatz
Zum einen wehrt man Rivalen wie Google und Facebook ab, die ihrerseits mit ihren Diensten in die Büros dieser Welt drängen. Zum anderen schluckt man mit LinkedIn eine Datenkrake par excellence, prall gefüllt mit Job-Details, Lebensläufen und Kontakten der Nutzer. Das lässt sich zu Geld machen.

Im Memo lässt Nadella durchblicken: LinkedIn könnte künftig Nachrichten anzeigen, die zu Projekten passen, an denen man gerade arbeitet. Bei der Arbeit mit Office könnte dieses einen Experten empfehlen, der bei einer Aufgabe hilft - und gleich das Profil dieses Menschen anzeigen. Das Wissen, wer wem wann hilfreich sein könnte, hat Microsoft nach der Übernahme.

Datenfutter für die Cloud
Wenn die Kommunikation über Outlook läuft, zusätzlich LinkedIn mit dem Office-Paket verknüpft ist und Microsoft intelligente Cloud-Dienste wie Cortana dazu schaltet, lassen sich solche Angebote realisieren. Die Frage ist nur, wie aufgeschlossen Firmen LinkedIn gegenüberstehen - immerhin ist der Dienst gerade mit einem riesigen Datenleck in die Schlagzeilen geraten.

Gelingt es Microsoft aber, den Dienst mit zwei Millionen zahlenden Abonnenten erfolgreich zu integrieren, könnte er auf lange Sicht in der Windows-Welt an Bedeutung zulegen. Die Integration in andere Dienste - Outlook, Skype, Office oder Windows selbst - wäre laut "The Verge" denkbar, das LinkedIn-Profil könnte zur zentralen Identität der Nutzer aufsteigen.

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