Di, 21. November 2017

Treffen mit Le Pen

13.06.2016 16:00

Kritik aus FPÖ: „Wir verärgern bürgerliche Wähler“

In der sonst stets einig auftretenden FPÖ ist erstmals seit Jahren ein Kriseln zu vernehmen: Bedeutende FPÖ-Politiker attackieren im "Krone"-Gespräch Parteichef Heinz-Christian Strache. Der Parteichef habe das schlechte Wien-Ergebnis bei der Bundespräsidentenwahl zu verantworten und würde mit "seiner Le Pen" die bürgerlichen Wähler in die Arme von ÖVP-Außenminister Sebastian Kurz treiben. Marine Le Pen, die Vorsitzende der ultrarechten Partei Front National, wird auf Einladung Straches bekanntlich am Freitag im niederösterreichischen Vösendorf auftreten.

"Immer mehr von uns sehen diese Aktionen sehr kritisch: Mit dem Treffen mit der AfD-Chefin Frauke Petry oder mit dem Auftritt von Marine Le Pen verschrecken wir Freiheitliche doch viele jener bürgerlichen Wähler, die wir mit Norbert Hofer jetzt gewonnen haben", warnen FPÖ-Funktionäre.

"Spiel mit Europas Ultrarechten ist gefährlich"
"Nein, das stimmt nicht", kontert Heinz-Christian Strache. Er meint: "Eine Mehrheit ist klar dafür." Das Ergebnis einer aktuellen krone.at-Umfrage (11.199 Teilnehmer) widerlegt ihn nicht: Auch 75,2 Prozent der "Krone"-Leser halten die FPÖ-Kontakte zur AfD für gut. Trotzdem bleiben Straches Kritiker dabei: "Dieses Spiel mit Europas Ultrarechten ist gefährlich, das kann bei der nächsten Wahl den Kanzler kosten."

"Präsidentenwahl zu locker genommen"
Zusätzlich machen die FPÖ-Funktionäre ihren Chef auch für das schwache Wien-Ergebnis bei der Bundespräsidentenwahl verantwortlich: "Das wurde viel zu locker genommen." Tatsächlich kam Norbert Hofer beim ersten Wahlgang in Wien auf nur 27,7 Prozent - die FPÖ hatte bei der Wien-Wahl im Vorjahr aber 30,8 Prozent und 55.000 Stimmen mehr. Dazu Strache: "Da werden Äpfel mit Birnen verglichen, das ist doch Unsinn."

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