Mi, 13. Dezember 2017

"Ich war in Panik"

11.06.2016 10:38

Frau im Traunsee ertrunken: Begleiter verurteilt

Der Tod einer 19-jährigen Frau im Traunsee in Oberösterreich wird ein Rätsel bleiben: Johanna N. aus Pinsdorf im Bezirk Gmunden ertrank bei einem nächtlichen Bad. "Ich war in Panik", sagt ihr Begleiter, dem wegen unterlassener Hilfeleistung, Sachbeschädigung und Sachentziehung der Prozess gemacht wurde. Das nicht rechtskräftige Urteil: sechs Monate bedingt.

Johanna N. und ihre Fortgehbekanntschaft waren am 12. Juli des Vorjahres auf einer Lokaltour, als sie sich um 2 Uhr früh zu einem nächtlichen Bad im 19 Grad kalten Traunsee entschieden. Der 21-jährige Beschuldigte, der nun vor dem Bezirksgericht Gmunden stand, will nicht mitbekommen haben, dass seine Bekannte in den Fluten untergegangen ist.

Als er am Ufer ihr Verschwinden bemerkte, kehrte er in den See zurück, doch von der jungen Frau fehlte jede Spur. Hilfe hat er trotzdem nicht geholt - sondern Handy, Handtasche und Kleidung des Opfers verschwinden lassen. Das Mobiltelefon wurde später im Offensee wiedergefunden.

Handy zur Analyse nach Texas geschickt
Die Staatsanwaltschaft Wels ermittelte in alle Richtungen. Das Handy wurde sogar in die USA geschickt. Aber auch in einem Speziallabor in Texas konnten die Daten, die möglicherweise Aufschluss über den Abend geben hätten können, nicht gerettet werden. Für die Anklage blieb nur unterlassene Hilfeleistung, dauernde Sachentziehung und Sachbeschädigung übrig. Beim Prozess in Gmunden bekannte sich der junge Mann schuldig und erlangte damit einen wichtigen Milderungsgrund. Das Urteil - sechs Monate bedingte Haft - ist noch nicht rechtskräftig.

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