Sa, 18. November 2017

Adieu, Box-Legende!

10.06.2016 23:54

Tausende nahmen Abschied von Muhammad Ali

Die Welt hat Abschied von Muhammad Ali genommen, Tausende Menschen erwiesen dem Box-Helden in seiner Heimatstadt Louisville die letzte Ehre. Auf einer bewegenden Trauerfeier startete am Freitag ein Konvoi in der Stadt im US-Staat Kentucky zu den Orten, die in der Kindheit und frühen Karriere des Champions bedeutend gewesen waren. Fans reihten sich am Straßenrand mit T-Shirts und Fotos ihres Helden auf.

Nach dem Trauerzug sollte der dreifache Schwergewichts-Weltmeister im privaten Kreis auf dem historischen Friedhof Cave Hill Cemetery beigesetzt werden. Für die anschließende Trauerfeier hatten die Veranstalter ganz nach dem Willen Alis kostenlose Tickets vergeben. Die 15.000 Freikarten waren nach einer Stunde vergriffen. Louisville begleitete den Tod des Boxers, der vergangenen Freitag im Alter von 74 Jahren in Phoenix (Arizona) gestorben war, mit zahlreichen Trauerveranstaltungen.

"Er ist der Größte"
"Er ist der Größte", rief eine Frau am Muhammad Ali Boulevard, wo sich Hunderte bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel versammelt hatten, um den Trauerzug vorbeifahren zu sehen. Das kleine Haus im Westen der Stadt, wo Ali aufgewachsen war, hatte sich seit dem Tod des Boxers vor einer Woche zu einer Pilgerstätte verwandelt. Dort hing ein rotes Paar Boxhandschuhe über der Gedenktafel vor dem rosafarben gestrichenen Haus. Auch Blumen, Fotos und Plüschtiere hatten Fans niedergelegt. Viele schrieben Botschaften auf Poster, um dem herausragenden Sportler, der sich auch lange nach dem Ende seiner Karriere für politische und soziale Ziele einsetzte, für sein Engagement zu danken.

Verwirrung um Erdogan-Besuch
Neben Alis Witwe Lonnie, seiner ältesten Tochter Maryum und weiteren Verwandten kamen unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und laut Medienberichten auch Jordaniens König Abdullah II. in die Stadt. Erdogan brach seinen Besuch allerdings vorzeitig ab - das bestätigte ein türkischer Offizieller, ohne Gründe für diese Entscheidung zu nennen. Es sei aber nicht unüblich für den Präsidenten, dass er seinen Zeitplan ändere. Die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete, dass Erdogan die Möglichkeit verweigert worden sei, aus dem Koran zu zitieren.

Starke Stimme des Islam ab 1964
Der Präsident und der Leiter der staatlichen Religionsbehörde, Mehmet Görmez, wollten zudem ein Kleidungsstück aus Mekka am Sarg von Ali niederlegen, meldete Dogan. Ali, der in der schwarzen Bürgerrechtsbewegung vielen Afroamerikanern als Leitfigur diente und sich offen gegen Rassismus ausgesprochen hatte, war nach seinem Übertritt zum Islam im Jahr 1964 auch zu einer starken Stimme der muslimischen Gemeinde weltweit geworden.

Bei der Gedenkzeremonie wurden am Freitag Trauerreden von Witwe Lonnie, Alis langjährigem Freund John Ramsey sowie Ex-Präsident Bill Clinton, Komiker Billy Crystal und Sportjournalist Bryant Gumbel erwartet. Am Donnerstag hatte der kalifornische Imam und Gelehrte Zaid Shakir bereits einen muslimischen Gottesdienst für Ali abgehalten.

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