Mo, 18. Dezember 2017

Lösung für die Tiere

10.06.2016 10:31

"Vier Pfoten" aktiv im Khan Younis Zoo in Gaza

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat bereits in der Vergangenheit mehrmals Notfall-Missionen im Gazastreifen durchgeführt, um Tiere vor dem Hungertod zu bewahren. Nun kam abermals ein Hilferuf aus dem Khan Younis Zoo: Nachdem der Zoobesitzer bereits mehrere seiner Tiere verkaufen musste, weil ihm finanzielle Mittel fehlen, möchte er nun mit Unterstützung des Vereins eine bessere Lösung für seine verbliebenen Tiere finden.

Darunter befindet sich auch "Laziz" - der letzte Tiger in Gaza, ebenso wie ein buntes Sammelsurium anderer Tierarten wie etwa ein Stachelschwein, Schildkröten, Affen und einige andere. Alle von ihnen sind verwahrlost und benötigen dringend medizinische Versorgung. Ein "Vier Pfoten"-Team konnte gestern in Gaza einreisen und wird voraussichtlich bis Ende der Woche vor Ort aktiv sein und die Lage gründlich evaluieren.

Medizinische Versorgung und Sicherheitschecks
"Es muss unbedingt eine nachhaltigere Lösung für die Tiere gefunden werden", betont Dr. Amir Khalil, Leiter der Notfall-Mission in Gaza. "Wir werden die Tiere medizinisch versorgen und auch einen dringend notwendigen Sicherheitscheck bei den Gehegen durchführen - sonst sind im schlimmsten Fall auch noch die Zoobesucher in Gefahr, sollte der Tiger Laziz oder ein anderes Wildtier aus dem Gehege entkommen. Außerdem werden wir mit allen Beteiligten gemeinsam besprechen, welche Lösungsansätze umsetzbar sind."

Khan Younis - der "schlimmste Zoo der Welt"
Der Khan Younis Zoo kam bereits vor Monaten zu seinem zweifelhaften Ruf als "schlimmster Zoo der Welt", nachdem bekannt wurde, dass der Besitzer nicht nur Probleme hatte, seine noch lebenden Tiere zu versorgen, sondern auch die verstorbenen mumifiziert in ihren Gehegen ausstellte. Khalil: "Wir wollen mit unseren Gesprächen und unserer Evaluierung der Situation hier vor Ort helfen, die bestmögliche Lösung für die Tiere zu finden."

Tieren drohte der Hungertod
Die "Vier Pfoten" versuchen bereits seit Februar, eine langfristige Lösung für das Problem zu finden. Damals erreichte ein weiterer Hilferuf aus Gaza die Tierschutzorganisation. Die Bemühungen stießen jedoch auf diverse Schwierigkeiten. Nach einem besonders harten Winter in Gaza waren die Besucher ausgeblieben und die Zoos generierten kaum Einnahmen. In der Folge organisierte die Organisation Futterverteilungen, die halfen, die betroffenen Tiere vor dem Hungertod zu bewahren.

Alle Beteiligten müssen kooperieren
Mittlerweile hat sich die finanzielle Situation wieder etwas gebessert, dennoch leben die Tiere immer noch unter extrem schlechten Haltungsbedingungen und ohne angemessene medizinische Versorgung. Abgesehen von logistischen Hürden, die Missionen vor Ort erschweren, gibt es in Gaza keine gesetzliche Grundlage bezüglich der Privathaltung von Wildtieren. Die "Vier Pfoten" könnten daher nur aktiv werden, wenn alle Beteiligten zur Kooperation bereit sind, so der Verein in einer Aussendung.

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