Mo, 18. Dezember 2017

EM-Eröffnungsspiel

10.06.2016 22:54

Dimitri Payet rettet Frankreich Sieg gegen Rumänen

Vive la France! Die erste von sieben Hürden hätte die "Équipe Tricolore" auf dem Weg zu ihrem dritten EM-Titel schon einmal gemeistert - Rumänien erwies sich im Eröffnungsspiel der 15. Fußball-Europameisterschaft in Frankreich für die Mannschaft des Gastgeberlandes zwar als extrem unangenehmer Gegner, aber nach Anlaufschwierigkeiten entschieden die von Dimitri Payet angeführten Franzosen das Spiel noch mit 2:1 für sich. Den entscheidenden Treffer erzielte der West-Ham-Legionär selbst in der 89. Minute! Im Video oben sehen Sie alle drei Tore des Spiels - und natürlich auch den Traumtreffer von Payet!

Wer mit von Anfang an wild drauflos stürmenden "Les Bleus" gerechnet hatte, wurde schon bald nach dem Verklingen der letzten Töne der "Marseillaise" enttäuscht. Die Mannen von Teamchef Didier Deschamps wirkten gehemmt und konnten dem Spiel keine Ordnung geben - und das nützten die in grellem Gelb angetretenen Rumänen zu den ersten Chancen der Partie. Während ein 25-Meter-Weitschuss von Mihai Pintilii zunächst noch meilenweit übers Tor ging (3.), brannte es wenig später (4.) schon lichterloh: Nach einer Ecke verlängerte Florin Andone auf Bogdan Stancu, der den Ball aus eineinhalb Metern aber nicht an Frankreich-Goalie Hugo Lloris vorbeibrachte.

Hier im Video sehen Sie das Resümee von unserem Experten Michi Konsel - im Gespräch mit Online-Sportchef Max Mahdalik:

Rumänen vergeben 100-prozentige Chance
Auch beim anschließenden Eckball wirkte die französische Defensive nicht sonderlich sattelfest. Danach erlosch der "Angriffselan" der Karpaten-Kicker wieder etwas und der Favorit schrieb auch tatsächlich mit einer Riesenchance an, doch nachdem Antoine Griezmann eine Sagna-Flanke weder direkt im ersten Versuch noch nach unglücklicher Vorlage durch Rumänen-Verteidiger Vlad Chiriches im zweiten Anlauf im Gehäuse unterbringen hatte können (14.), hatten beide Teams ihr Pulver fürs Erste verschossen.

Die von Coach Anghel Iordanescu hervorragend eingestellten Rumänen ließen "Les Bleus" kaum einmal die individuelle Klasse ihrer bei europäischen Topklubs (Arsenal, Atletico Madrid, Juventus,…) engagierten Super-Einzelkönner ausspielen. Durch zu viele leichte Fehler würgten die Franzosen vielversprechende Chancen oftmals schon im Ansatz ab. Dennoch: Eine Chance von Griezmann (36./abgefälscht neben das Tor) und eine von Olivier Giroud (45.+2/Kopfball nach Ecke drüber) holten die gegen Ende der Spielhälfte etwas sicherer werdenden Hausherren dann doch noch heraus.

Franzosen kommen schlafmützig aus der Kabine
Was auch immer Deschamps seinen Franzosen-Kickern in der Halbzeit auch mitgegeben hatte - am Weg auf das Grün dürften Paul Pogba und Co. so ziemlich alles vergessen haben. Denn wieder starteten die Rumänen bedeutend wachsamer - und auch wieder mit einer Topchance: Nach einer Flanke von Nicolae Stanciu nahm Stancu den Ball mit der Brust an und schloss volley ab - allerdings rechts neben das Gehäuse. Verteidiger Adil Rami schaute nur entgeistert zu (48.). Immerhin: Diese Aktion weckte die Heimmannschaft, der immerhin gute Chancen zugebilligt werden, den EM-Titel zu holen, offensichtlich etwas auf.

Zunächst scheiterte Arsenal Stürmer Giroud allerdings nach idealem Payet-Zuspiel noch am rumänischen Keeper Ciprian Tatarusanu (52.), doch im Anschluss an eine Ecke nach einem Pogba-Gewaltschuss traf Giroud dann doch (57.) - zwar mit Mithilfe von Tatarusanu, aber wer fragt in ein paar Tagen noch danach? Vermutlich werden sich bedeutend mehr Fans der Franzosen bedeutend länger fragen, was knapp acht Minuten später Abwehr-Routinier Patrice Evra dazu brachte, im Strafraum ohne große Not Stanciu zu Fall zu bringen - den darauf folgenden Elfmeter, verhängt vom soliden ungarischen Referee, Viktor Kassai, verwertete Stancu sicher zum 1:1 (65.).

Dimitri Payet erlöst ganze Nation
Drei Minuten später gab es zwar auch Elfmeter-Alarm im Strafraum der Karpaten-Kicker, doch Schiri Kassai tat wohl gut daran, nach einem Ring-Duell zwischen Chiriches und Giroud nicht auf den Punkt zu zeigen. Danach gerieten echte Chancen wieder zur Mangelware, stets waren Pässe zu ungenau oder die Stürmer einen Hauch im Abseits (Grigore/86.). Als trotz zunehmenden Drucks der Franzosen das für die Heimischen enttäuschende Remis Realität zu werden schien, schlug schließlich endgültig die Stunde des bereits zuvor überragenden Payet: Aus 20 Metern hämmerte der "Hammer" den Ball ins linke Kreuzeck, Tatarusanu hatte keine Chance (89.) - und Frankreich den so sehr erhofften Sieg zum EM-Auftakt.

Das Ergebnis:
Frankreich - Rumänien 2:1 (0:0)
St. Denis/Paris, Stade de France, 80.000 Zuschauer, SR Kassai/HUN
Tore: 1:0 (57.) Giroud, 1:1 (65.) Stancu (Elfmeter), 2:1 (89.) Payet
Gelbe Karten: Giroud bzw. Chiriches, Rat, Popa
Frankreich: Lloris - Sagna, Rami, Koscielny, Evra - Pogba (77. Martial), Kante, Matuidi - Griezmann (66. Coman), Giroud, Payet (92. Sissoko)
Rumänien: Tatarusanu - Sapunaru, Chiriches, Grigore, Rat - Pintilii, Hoban - Popa (82. Torje), Stanciu (72. Chipciu), Stancu - Andone (61. Alibec)

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