Sa, 18. November 2017

Höchste Vorsicht

09.06.2016 10:58

EURO-Chef: „Geisterspiele bei EM weiter möglich!“

Die EM in Frankreich steht nach den Terroranschlägen des vergangenen Jahres unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Cheforganisator Jacques Lambert hat kurz vor der Eröffnung der Europameisterschaft Spiele ohne Zuschauer wegen einer möglichen Terrorbedrohung erneut nicht ausgeschlossen. "Wir sind alle Hypothesen durchgegangen und darunter müssen wir uns auch überlegen, Spiele hinter verschlossenen Türen abzuhalten", sagte der Franzose bei der Pressekonferenz der UEFA im Stade de France.

Lambert wies daraufhin, dass man für viele Szenarien Pläne habe. Diese beschränkten sich nicht nur auf die Sicherheitslage, sondern zum Beispiel auch auf Unwetter. Eine konkrete Terrorbedrohung läge für keines der 51 EM-Spiele vor.

Die hohen Sicherheitsvorkehrungen im Überblick:

- 72.000 Polizisten und Gendarmen sind für die Europameisterschaft im Einsatz, dazu kommen Tausende Mitarbeiter des Zivilschutzes und der Feuerwehr.

- Die Veranstalter haben 13.000 private Sicherheitsleute engagiert, die alle Besucher der Stadien und Fanmeilen gründlich kontrollieren sollen.

- Bei den Stadien und Fan-Zonen stehen schwer bewaffnete Spezialeinheiten bereit, damit sie im Fall einer Bedrohung schnell eingreifen können.

- 180 Polizisten aus den Teilnehmerländern helfen den Franzosen, darunter vor allem Kenner der jeweiligen Hooligan-Szene. Zum Teil sind sie bei den Spielen ihrer Mannschaften dabei, zum Teil arbeiten sie in einem internationalen Koordinationszentrum nahe Paris.

- Um für die Gefahr eines Anschlags etwa mit chemischen Kampfstoffen vorbereitet zu sein, sind über das Land verteilt 49 Dekontaminierungseinheiten in Bereitschaft.

- Kurz vor der EM hat das Pariser Innenministerium eine kostenlose Smartphone-App ("SAIP") vorgestellt, mit der Nutzer im Fall eines Terroranschlags gewarnt werden sollen.

- Das Parlament hat den Ausnahmezustand, der nach der Terrornacht vom 13. November verhängt worden war, bis Ende Juli verlängert. Dies gibt den Behörden Sonderrechte, sie können mutmaßliche Gefährder etwa ohne Richterbeschluss unter Hausarrest stellen.

- Ebenfalls seit dem 13. November kontrolliert Frankreich an seinen Grenzen wieder Reisende. Als gewalttätig eingestufte Fans dürfen nicht einreisen, mehr als 2.300 Personen wurden bereits in eine entsprechende Datenbank aufgenommen. Gegen 24 besonders gewalttätige Hooligans wurden bereits Verbote ausgesprochen.

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