Fr, 24. November 2017

Schwangere als Opfer

09.06.2016 07:21

Türkei: Anschlag auf Polizeistation - fünf Tote

Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeiwache im kurdisch geprägten Südosten der Türkei sind am Mittwoch fünf Menschen getötet und 51 weitere verletzt worden. Der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge sind unter den Toten zwei Polizisten sowie eine schwangere Frau.

Regierungschef Binali Yildirim machte die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Anschlag verantwortlich. Präsidentensprecher Ibrahim Kalin sagte hingegen, es sei noch zu früh, um die Verantwortlichen zu benennen. Erst müssten "alle Elemente" vorliegen.

Der Anschlag richtete sich gegen eine Polizeiwache in der Stadt Midyat nahe der syrischen Grenze. Auf Fernsehbildern waren Krankenwagen zu sehen, die zum Anschlagsort rasten. Eine schwarze Rauchwolke stieg über der zerstörten Polizeiwache auf. Durch die Wucht der Explosion wurden die Fenster umliegender Häuser zerstört. Die private Nachrichtenagentur Dogan meldete, ein Auto mit einer halben Tonne Sprengstoff sei auf die Polizeiwache zugesteuert. Es sei explodiert, als Polizisten versuchten hätten, es durch Schüsse zu stoppen.

Yildirim: "Werden 'Killer-PKK' bekämpfen"
Yildirim nahm am Mittwoch zusammen mit dem ehemaligen Staatschef Abdullah Gül und Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu von der Republikanischen Volkspartei an einer Trauerfeier für die Polizisten teil, die am Vortag bei einem Anschlag in Istanbul getötet worden waren. Auch für dieses Attentat machte er - ebenso wie Staatschef Recep Tayyip Erdogan - militante Kurden verantwortlich. Hinter der Tat stecke die "Killer-PKK" sagte er und fügte hinzu: "Wir werden sie sowohl in den Städten als auch auf dem Land entschlossen bekämpfen."

Die Explosion einer ferngezündeten Autobombe am Dienstag hatte in Istanbul einen Bus mit Bereitschaftspolizisten zerrissen. Außer sechs Polizisten wurden fünf Zivilisten getötet, 36 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Vier Verdächtige wurden festgenommen. Zu den Attentaten von Dienstag und Mittwoch bekannte sich zunächst niemand.

Mit aller Härte gegen Kurden
Die türkische Armee geht im Südosten des Landes seit einem Jahr mit großer Härte gegen mutmaßliche PKK-Kämpfer und ihre Unterstützer vor. Die PKK attackiert ihrerseits türkische Sicherheitskräfte.

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