So, 22. Oktober 2017

Stopline-Bericht

08.06.2016 12:48

Mehr nationalsozialistische Inhalte im Internet

5849 vermeintlich illegale Inhalte im Internet sind im Vorjahr bei der Meldestelle Stopline gemeldet worden. Das waren zwar knapp 2000 weniger als 2014, die Qualität der Meldungen stieg jedoch: Nicht nur der Anteil an bearbeitbaren Fällen war größer, auch der Prozentsatz der tatsächlich zutreffenden Meldungen lag mit 13 Prozent etwas höher als im Vorjahr.

Von den insgesamt 5846 gemeldeten Inhalten waren 13 Prozent tatsächlich illegal (2014: zwölf Prozent). Den Großteil der als zutreffend eingestuften Meldungen (94 Prozent) stellten kinderpornografische Inhalte dar. Auffallend war, dass der Anteil der tatsächlich nationalsozialistischen Inhalte sowohl prozentuell (sechs Prozent) als auch in absoluten Zahlen (34 Inhalte) etwas höher als 2014 war.

Illegale Inhalte zumeist aus USA
Normalerweise werden solche Inhalte in Ländern gehostet, in denen die Gesetzeslage das Veröffentlichen zulässt. Insofern führen schon seit Jahren die USA (65 Prozent), diesmal gefolgt von Kanada (7,5 Prozent) und den Niederlanden (fünf Prozent), die Liste der häufigsten Herkunftsländer illegalen Materials an. Umso überraschender war, dass im Vorjahr ein nationalsozialistischer Inhalt in Österreich gehostet wurde. Doch auch hier galt genauso wie bei den fünf Fällen von Kinderpornografie auf österreichischen Servern: Die Inhalte wurden innerhalb kürzester Zeit aus dem Internet entfernt.

Verbesserungsbedarf bei Zusammenarbeit
Zurücklehnen könne sich beim Kampf gegen illegale Inhalte aber kein Land, so Maximilian Schubert, der Generalsekretär des Vereins ISPA, der die Meldestelle betreibt. Vielmehr müsse jedes einzelne Land ständig an Verbesserungen arbeiten, etwa in Bezug auf die gerichtliche Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten.

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