Sa, 21. Oktober 2017

Lieferroboter

08.06.2016 09:17

„Starship“ soll für uns die Einkäufe schleppen

Nie wieder Einkaufssackerl tragen - wovon viele träumen, könnte schon bald Wirklichkeit werden: Mit dem "Starship" hat das gleichnamige estnische Start-up einen vollautomatischen Lieferroboter entwickelt, der spätestens im kommenden Jahr kommerziell zum Einsatz kommen soll. Der Einzelhandelsriese Metro (Real, Media-Markt, Saturn) hat bereits Interesse bekundet und den "Starship" jetzt für eine Testlieferung auf das Gelände der Düsseldorfer Zentrale geholt.

Das etwa kniehohe Fahrzeug erinnert äußerlich an einen großen Mars-Rover mit Fracht-Fach: Der Starship-Roboter kann zwei bis drei Einkaufssackerl mit einem Gesamtgewicht von bis zu 15 Kilo auf eine Entfernung von rund fünf Kilometern transportieren. Die Räder sind so konzipiert, dass er auch Bordsteinkanten bewältigen kann. Aktuell ist vorgesehen, dass die Maschine nach jeder Runde für kurze Zeit an die Ladestation geht.

Die Technik ist ähnlich wie bei manchen selbstfahrenden Autos - der Starshop-Roboter behält die Umwelt mit neun Kameras im Blick und soll entsprechend reagieren. Ein Aufseher hat Zugriff auf die Kameras und kann sich bei Bedarf auch mit dem Kunden oder Passanten unterhalten. Nach Vorstellungen von Starship könnte einmal ein Mensch am Steuerpult jeweils eine Flotte aus 50 bis 100 autonomen Lieferrobotern überwachen. Doch davon ist man derzeit noch weit entfernt. Gerade erst absolvierte ein Prototyp in Kalifornien die erste wirklich autonome Fahrt, ohne per Funk gesteuert zu werden.

Regulierung als zentrale Hürde
Dass die Metro den Starship-Roboter nur auf dem Firmengelände fahren lässt, hat auch einen Grund. Nach aktueller Rechtslage bräuchte ein Lieferroboter in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung, um draußen unterwegs zu sein, sagt der für Beziehungen zu Behörden zuständige Manager Christoph Moosbauer. Die Regulierung ist eine zentrale Hürde für die Geschäftsidee, wie auch Allan Martinson, der bei Starship für das operative Geschäft zuständig ist, einräumt. In Österreich etwa könne der Roboter sofort auf die Straße, in Deutschland sei der Betrieb solcher Fahrzeuge bisher grundsätzlich nicht geregelt.

Ein Euro pro Runde
Der Roboter selbst kostet einige tausend Euro. Der Preis soll sinken, wenn mehr Fahrzeuge produziert werden. Die wichtigere Frage sei jedoch, was eine Zustellung kosten werde, inklusive der Kosten für Netz, Strom und Service, sagt Martinson. Starship peilt dafür einen Preis von einem Euro pro Runde an - "ich würde davon ausgehen, dass bei diesem Niveau ein Händler das einfach übernimmt". Interesse gebe es nicht nur von Handelsketten, sondern - mehr als erwartet - auch von kleineren Händlern, die einen Lieferservice erwägen.

Roboter wird kaum beachtet
Starship will Geld mit dem Betrieb der Fahrzeuge verdienen, auch wenn Händler sich die Roboter im Prinzip auch kaufen und sie selber betreiben könnten. Möglicherweise würden Zustell-Roboter in der Zukunft auch wie Taxis zwischen Geschäften und Kunden fahren. Der Betreiber - in den meisten Fällen wohl Starship - werde die Haftung bei möglichen Zwischenfällen übernehmen. Martinson rechnet aber damit, dass es dank der Kamera-Systeme und Software keine großen Probleme geben werde. "Was uns am meisten überrascht hat, ist, dass die Leute auf der Straße die Roboter viel weniger beachten als wir dachten", sagt er.

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