Di, 21. November 2017

Nach Unwettern

05.06.2016 20:30

Hunderte Österreicher helfen deutschen Nachbarn

Hunderte Österreicher schaufeln, graben und trösten die Opfer im deutschen Simbach nach der Unwettertragödie. Ein Lokalaugenschein der "Krone" in Bayern.

Schaufeln und Krampen geschultert, die Schubkarre voll mit Jause, Gummistiefel an den Füßen. Seit Tagen überqueren täglich Hunderte Österreicher die alte Innbrücke, die Braunau mit dem bayrischen Simbach verbindet, das am Mittwoch durch eine Flutwelle verwüstet wurde.

"Wir wollen einfach nur helfen", sagt Marion Aichinger aus Mattighofen beim "Krone"-Lokalaugenschein. Sie ist mit zwei Freunden angerückt - mit den mitgebrachten Schaufeln arbeiten sie sich jenseits der Brücke durch den kniehohen Schlamm. "Wir sind seit Donnerstag da, jede Hand wird gebraucht", meint das Ehepaar Monika und Elmar Pirpamer aus Braunau.

"Ihr Österreicher seid super! Danke!", sagt Christian Schenk. Er bedankt sich stellvertretend für alle Simbacher. Sein Mehrparteienhaus wird von zwölf Arbeitskollegen der Austria Metall AG Ranshofen gesäubert. "Wir haben zuerst einem Arbeitskollegen geholfen - und fahren jetzt aber nicht heim, sondern packen beim Nachbarn an", so die Schichtarbeiter.

"Wenn's bei euch mal brennt, kommen wir alle"
Auch Johann Wild aus der Simbacher Gartenstadt ist von der grenzübergreifenden Hilfsbereitschaft begeistert: "Hier sind überall österreichische Feuerwehren und österreichische Helfer - wir gehören alle zusammen!" Und die Simbacher versprechen: "Wenn's bei euch mal brennt, kommen wir alle zu euch rüber."

Dabei sind viele der oberösterreichischen Helfer gerade selbst daheim im Einsatz gewesen. Sie mussten in der Vorwoche in von Flutwellen betroffenen Innviertler Gemeinden überschwemmte Keller leerpumpen, Autos bergen und Muren beseitigen.

"Man weiß nicht, wo man zuerst hingreifen soll"
"Im Vergleich zu Simbach ist das Hochwasser in Österreich ja fast nichts gewesen. Bei uns hat man wenigstens gewusst, wo man anfangen muss. Hier weiß man nicht, wo man zuerst hingreifen soll", meint der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Mattighofen, Martin Greil.

Simbacher in Asylheim in Oberösterreich einquartiert
Alleine am Sonntag war ein Dutzend Feuerwehren aus Oberösterreich mit 130 Helfern im Einsatz: "Wir kommen, solange wir gebraucht werden. Denn Hilfe unter Nachbarn gehört sich einfach." Und 30 Simbacher, die obdachlos geworden sind, haben in Oberösterreich ein vorübergehendes Zuhause im Asylheim Munderfing gefunden.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden