Mo, 20. November 2017

Details bekannt

05.06.2016 12:26

US-Rapper soll 2 Frauen in Wien vergewaltigt haben

Nach der Festnahme des US-amerikanischen Gangsta-Rappers Freddie Gibbs im französischen Toulouse aufgrund eines von Österreich ausgestellten europäischen Haftbefehls werden immer mehr Details bekannt: Demnach steht der 33-Jährige in dringendem Verdacht, im Juli 2015 nach einem Auftritt in Wien zwei Frauen mit K.o.-Tropfen außer Gefecht gesetzt und sich anschließend an ihnen vergangen zu haben. Der Musiker bestreitet die Vorwürfe.

Freddie Gibbs war am 6. Juli 2015 im Wiener Nachtclub "Grelle Forelle" aufgetreten. Nach dem Set durften zwei junge Frauen in den Backstagebereich, wo ihnen - so die Verdachtslage - flüssige Drogen verabreicht wurden, die betäubend und einschläfernd wirkten und die beiden willenlos machten.

Frauen ins Hotel gebracht
Die beeinträchtigten Frauen wurden daraufhin in das Hotel gebracht, in dem Gibbs und seine Crew abgestiegen waren. Das belegen Aufzeichnungen der hoteleigenen Überwachungskameras. Zumindest drei Stunden sollen sich die Frauen in einem hilf- und wehrlosen Zustand befunden haben, was der 33-jährige Musiker und einer seiner Securities angeblich ausnützten, um sie zu missbrauchen.

Nachdem bei einer der beiden Frauen die Erinnerung an das Erlebte zurückgekehrt war, erstattete sie Anzeige. Die Staatsanwaltschaft Wien nahm Ermittlungen gegen Gibbs und dessen Mitarbeiter wegen Vergewaltigung auf.

Auftritt in Wien abgesagt
Am 26. Mai 2016 hätte der Rapper erneut in der Bundeshauptstadt auftreten sollen - der Gig in der "Grellen Forelle" wurde allerdings kurzfristig abgesagt. Der Veranstalter machte "gesundheitliche Gründe" geltend, Freddie Gibbs selbst führte "Transportprobleme" ins Treffen. Vermutlich dürfte der Rapper aber von den gegen ihn laufenden strafrechtlichen Ermittlungen Wind bekommen und befürchtet haben, er könnte in Wien festgenommen werden.

Die Wiener Anklagebehörde beantragte daraufhin die Ausstellung eines europäischen Haftbefehls. Dieser wurde am 31. Mai vom Wiener Straflandesgericht bewilligt und am 2. Juni in Toulouse vollzogen, wo Gibbs im Rahmen seiner "Shadow Of A Doubt"-Tour auftreten hätte sollen. Sein mitbeschuldigter Security war dieses Mal nicht mit nach Europa gekommen.

Rapper bestreitet Vorwürfe
Der Rapper, der aufgrund seiner Festnahme seinen geplanten Gig beim Primavera-Festival in Barcelona absagen musste, bestreitet die gegen ihn gerichteten Vorwürfe. Das gaben seine Anwälte in einem von der Musikplattform Pitchfork verbreiteten Statement bekannt, wobei sie sich verwundert zeigten, dass die österreichischen Behörden fast ein Jahr gebraucht hätten, um ihre Anschuldigungen zu erheben. Das von der Wiener Justiz betriebene Auslieferungsbegehren wollen die Anwälte bekämpfen, weil es sich um "erfundene Beschuldigungen" handle.

Formal befindet sich Freddie Gibbs derzeit in Frankreich in Übergabehaft. Bleibt es bei seinem Nein und erklärt er sich mit der Vollstreckung des europäischen Haftbefehls nicht einverstanden, muss ein französischer Richter entscheiden, ob die Übergabe an Österreich zum Zweck der Strafverfolgung bewilligt wird. Dies könnte einige Wochen in Anspruch nehmen.

Am Tag seiner Verhaftung hatte der Rapper auf Instagram noch folgendes Video gepostet:

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