Mi, 18. Oktober 2017

Abschied auf Raten

03.06.2016 21:48

Frank Stronach zieht sich aus der Politik zurück

Parteigründer Frank Stronach wird sich - wie zuletzt kolportiert - "bei der nächsten Nationalratswahl aus der Politik zurückziehen". Das teilte er im Rahmen einer Veranstaltung seiner neuen Plattform "Vision Österreich" am Freitagabend im Magna Racino mit. "Mir liegt Österreich sehr am Herzen, aber ich habe ein gewisses Alter", so der 83-jährige austro-kanadische Milliardär. Bezüglich der Zukunft seines Team Stronach ließ er wissen: "Der Name 'Stronach' wird nicht vorkommen."

Die 2012 von ihm gegründete Partei verliert also nicht nur das Scheckbuch des Unternehmers, sondern auch dessen prominenten Namen. "Ich bin sehr bedacht auf meinen Namen", erklärte der 83-Jährige, "da muss man aufpassen, dass der nie kreditgeschwächt wird". Bis zum Ende der Legislaturperiode werde er Parteiobmann bleiben, danach werde er "persönlich nicht mehr in der Politik sein".

Er habe seine Tätigkeit als Parteiobmann sehr ernst genommen, sagte Stronach, auch wenn er im Rückblick manches anders gemacht hätte - so habe er bisweilen "zu kräftig am Käfig gerüttelt". Aber es sei wichtig, nach vorne zu schauen. Es brauche nun "jüngere Leute", er werde aber "immer mit Rat und Tat zur Seite stehen" - wem konkret, sagte er jedoch nicht.

Lugar: "Für uns ist klar, wir treten an"
Der Klubobmann des Team Stronach, Robert Lugar, stellte allerdings umgehend fest, dass man auch ohne Stronach und dessen Namen bei der nächsten Nationalratswahl antreten werde. "Für uns ist klar, wir treten an." Man habe auch genug Geld für den Wahlkampf.

"Vision Österreich" als jüngstes Stronach-Projekt
Stronach, der sich in den vergangenen Monaten in Österreich rar gemacht hatte, lud für Freitagabend seine Fans zu einem "Wirtschaftssymposium" ins Magna Racino im niederösterreichischen Ebreichsdorf. In der gut gefüllten, pompösen Halle demonstrierte er den Zuhörern bei Gratis-Häppchen dann auch gleich, dass er zwar seine Partei fallen lässt, nicht aber seine Ideen - und stellte sein neues Projekt vor: die Plattform "Vision Österreich".

"Ich möchte das Feld weiter öffnen", erläuterte er den Sinn seiner neuen "Bewegung". Es handle sich um keine Partei, aber die "guten Leute" in Österreich müssten sich "einmal zusammengruppieren", befand Stronach. "Visionen sind unbegrenzt."

Kaum inhaltliche Unterschiede zu finden
Die inhaltlichen Unterschiede zu seinem Team Stronach sind allerdings ziemlich begrenzt: "Wenn die Wirtschaft nicht funktioniert, dann funktioniert gar nix", gab Stronach seine altbekannten Positionen großteils wortident wie bei seinen Parteiauftritten zum Besten. "Sorgen" bereiten dem Austro-Kanadier Schulden und Arbeitslosigkeit, als Rezepte dagegen wünschte er sich abermals, dass Politiker nur zwei Perioden dienen dürfen, eine Mitarbeiterbeteiligung in Unternehmen als "moralisches Recht", ein einfacheres Steuersystem und eine Verwaltungsreform.

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