Mo, 18. Dezember 2017

ORF-Wahl

03.06.2016 12:19

Rennen um ORF-Generaldirektor weiter offen

Das Ringen um die Wahl der neuen ORF-Führung geht in die heiße Phase. Am 30. Juni erfolgt die Ausschreibung der Position, am 28. Juli endet die Bewerbungsfrist, und am 9. August wählt der 35-köpfige ORF-Stiftungsrat den neuen ORF-Chef. Dass dieser wieder Alexander Wrabetz heißt, bezweifeln aktuell allerdings gleich mehrere Stiftungsräte der Opposition.

Wrabetz hatte zuletzt erklärt, dass ihm mehr als zwei Drittel der ORF-Stiftungsräte zu verstehen gegeben hätten, dass eine Verlängerung seiner Geschäftsführung gut wäre. NEOS-Stiftungsrat Hans Peter Haselsteiner sieht in der Frage der ORF-Führung dagegen noch "alles in den Sternen", wie der Unternehmer gegenüber der "Presse" sagte.

"Man weiß nicht, wie viele Kandidaten es geben wird und ob es eine großkoalitionäre Einigung auf einen Kandidaten gibt." Für alle, die nicht dem roten oder bürgerlichen Freundeskreis angehören, gelte kein "Automatismus", den einen oder anderen zu wählen. "Wer das bessere Konzept hat, hat bessere Chancen", so Haselsteiner.

"Bin ganz sicher nicht dabei"
"Wenn er damit meint, er habe schon so viele Stimmzusagen, dann bin ich ganz sicher nicht dabei", meinte auch der Grüne ORF-Stiftungsrat Wilfried Embacher. "Und ich glaube auch nicht, dass es stimmt." Auch FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger und der unabhängige Franz Küberl sehen die Entscheidung über den nächsten ORF-General noch völlig offen. "Dazu ist der Weg zur Wahl noch zu lang. Gewählt wird am 9. August und nicht vorher", wird Küberl zitiert.

Stiftungsräte und Unabhängige entscheidend
Der von der SPÖ unterstützte Wrabetz hatte seine Wiederbewerbung bereits im Dezember angekündigt. Der von der ÖVP favorisierte Finanzdirektor Richard Grasl wollte Spekulationen über eine Kandidatur bisher nicht kommentieren, er dürfte ein Antreten aber sondieren. Da weder der "Freundeskreis" der SPÖ, noch jener der ÖVP derzeit eine Mehrheit im ORF-Gremium hat, könnten letztlich die Stiftungsräte der Opposition sowie die unabhängigen Vertreter entscheidend sein.

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