Do, 19. Oktober 2017

Chaos auf Lesbos

02.06.2016 14:35

Hunderte vor Randalen in Flüchtlingslager geflohen

Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos haben am Donnerstag Asylbewerber aus Pakistan und Afghanistan aufeinander eingeschlagen. "Drei Menschen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht", sagte ein Polizeisprecher. Hunderte Familien mit Kindern wurden aus dem Lager in Sicherheit gebracht. Afghanische und pakistanische Flüchtlinge gingen mit Holzstangen und Steinen aufeinander los. Zwei der drei Schwerverletzten sind Pakistaner, sie erlitten Kopfverletzungen. 30 Zelte gingen in Flammen auf.

Bis zum Mittwoch wurden fast 3000 Flüchtlinge in Moria festgehalten, die meisten haben Asyl in Griechenland beantragt, um nicht in die Türkei und von dort in ihre Herkunftsländer abgeschoben zu werden. Zwar dürfen sie nur 25 Tage interniert werden, doch danach dürfen sie die Insel aber auch nicht verlassen, bis über ihre Asylanträge entschieden ist. Hilfsorganisationen haben dies immer wieder heftig kritisiert.

Nach den Unruhen in der Nacht auf Donnerstag haben fast 1000 Flüchtlinge das Camp nun verlassen. Sie suchten in den umliegenden Feldern Schutz oder wurden in andere Lager gebracht.

Bürgermeister hat Verständnis für Ausschreitungen
Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshochkommissariats auf Lesbos, Boris Cheshirkov, sagte, nach den Ausschreitungen habe sich die Situation wieder normalisiert. Der Bürgermeister der Insel, Spyros Galinos, zeigte Verständnis für die Aggression in Moria. Die Menschen säßen dort monatelang fest und seien von der Abschiebung bedroht, nachdem sie für die Flucht ein Vermögen bezahlt hätten. "Die Bedingungen sind psychisch und physisch extrem belastend", sagte Galinos.

Insgesamt werden bis zu 8500 Flüchtlinge auf den griechischen Ägäis-Inseln festgehalten. Seit der Schließung der Balkanroute im Februar gelingt nur noch wenigen einen Weiterreise in Richtung Nordwesteuropa. Mehr als 50.000 Flüchtlinge sind aktuell in Griechenland gestrandet.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).