So, 19. November 2017

Gorilla-Tötung

31.05.2016 09:36

USA: Entrüstung über Zoo und nachlässige Eltern

Die Tötung eines Gorillas im Zoo der US-Stadt Cincinnati sorgt für weltweite Empörung. Zoobedienstete hatten den 17-jährigen "Harambe" am Samstag erschossen, nachdem ein kleiner Bub über das Schutzgeländer geklettert, in einen Wassergraben gefallen und dann von dem Silberrücken durch das Wasser gezogen worden war (siehe Video oben). Der Vierjährige wurde gerettet. Nun geraten die Zooleitung und die Eltern des Buben ins Kreuzfeuer der Kritik.

Der Proteststurm im Internet und ein Medienwirbel in den USA, der sogar den Präsidentschaftswahlkampf in den Hintergrund rückte, zwang die Zooleitung am Montag erneut dazu, ihr Vorgehen zu verteidigen.

Zoodirektor: "Es gab keine andere Wahl"
Zoodirektor Thane Maynard bekräftigte vor Journalisten, dass der Tod von "Harambe" ein schwerer Verlust sei, es aber keine andere Wahl gegeben habe. Der Gorilla sei durch den Sturz des Buben aufgeregt, desorientiert und unberechenbar geworden, mit seinen knapp 200 Kilo Gewicht habe er eine unmittelbare Gefahr für das Kind dargestellt. Das Tier mit einem Betäubungsmittel lahmzulegen, sei keine Option gewesen, das hätte zu lange gedauert. "Wir stehen zu unserer Entscheidung und wir würden heute genauso verfahren", sagte Maynard.

Video: Bub fällt in Gorilla-Gehege

"Das ist schlimmer als Mord"
Eine Facebook-Seite mit dem Namen "Justice for Harambe" (Gerechtigkeit für Harambe) verzeichnete schon binnen weniger Stunden Zehntausende "Likes". "Ein vom Aussterben bedrohtes Tier zu töten ist schlimmer als Mord", zitierte die "Washington Post" etwa einen Kommentar aus Dänemark.

Internet-Petition fordert Bestrafung der Eltern
Der Zorn richtet sich jedoch nicht nur gegen den Zoo, sondern auch gegen die Eltern des Buben. Bis Montagabend unterzeichneten rund 200.000 Menschen dem Sender NBC zufolge eine Internet-Petition, in der ihre Bestrafung gefordert wurde. Sie hätten ihr Kind nicht genügend beaufsichtigt und dadurch den Tod des Gorillas herbeigeführt, hieß es zur Begründung. Die Mutter war dabei, als ihr Sohn in den Wassergraben fiel - als Tagesmutter zusammen mit mehreren anderen Schützlingen.

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