Mi, 18. Oktober 2017

"Grenzt ans Absurde"

31.05.2016 09:23

Experiment: So lange dauert es, die AGB zu lesen

Wie lange braucht man, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von 33 beliebten Apps zu lesen? Norwegische Verbraucherschützer haben den Test gemacht und das Kleingedruckte in einem Livestream vorgetragen. Mit ihrer Aktion protestieren sie gegen die "ans Absurde grenzende Komplexität" der AGB.

Zusammen mit Studenten, freiwilligen Helfern und Gästen aus der Politik hatten Mitarbeiter des norwegischen Forbrukerrådet zu einer ungewöhnlichen öffentlichen Lesung geladen: Sie lasen die AGB der 33 beliebtesten norwegischen Apps vor, darunter Facebook, YouTube, Twitter, Skype, WhatsApp, iTunes, Snapchat oder Spotify. Unterm Strich über 250.000 Wörter, die zu vorzutragen exakt 31 Stunden und 49 Minuten in Anspruch nahm. Zum Vergleich: Für das Neue Testament der Bibel braucht man im Schnitt lediglich rund 20 Stunden.

"Die AGB für digitale Dienste grenzen ans Absurde", kritisiert denn auch Finn Myrstad, Digital Policy Director des norwegischen Verbraucherrats. Umfang, Länge und Komplexität der AGB machten es praktisch unmöglich, eine gute und fundierte Entscheidung zu treffen. Mit der Aktion wolle man den Fokus auf ein "versagendes Vertragsregime" lenken: Nur wenige Nutzer, wenn überhaupt, hätten die Zeit, sich mit dem Kleingedruckten vertraut zu machen, unter das sie ihr "OK" setzten, so der Konsumentenschützer.

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