Mi, 18. Oktober 2017

"Sei unser Nachbar"

30.05.2016 08:22

Rassismus-Attacke: DFB-Fans unterstützen Boateng

Nach den rassistischen Äußerungen der rechtspopulistischen AfD über Jerome Boateng haben die Fans der deutschen Nationalmannschaft ein tolles Zeichen gesetzt. Mit Plakaten wie "Jerome, zieh neben uns ein" reagierten sie auf die üblen Beleidigungen.

Der stellvertretende Vorsitzende Alexander Gauland sorgte mit seinen Sagern in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" für Empörung: "Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben." Kurze Zeit später ruderte Gauland auch schon wieder zurück und erklärte, dass er Boateng nicht beleidigt habe. "Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten."

Was die Fans von diesen Worten halten, zeigten sie beim freundschaftlichen Länderspiel der deutschen Kicker gegen die Slowakei (1:3). Mit Spruchbändern unterstützten sie den Bayern-Star und distanzierten sich von den Äußerungen des Politikers. "Jerome, sei unser Nachbar" und "Jerome, zieh neben uns ein" zierten die Banner der Fans.

"Ich glaube, heute waren auch genug positive Antworten im Stadion. Ich habe ein paar Plakate gesehen", so Boateng nach dem Spiel. Er könne über die Aussagen von Gauland nur lächeln, dennoch betonte er gegenüber der ARD, er sei traurig, "dass so etwas heute noch vorkommt".

Bierhoff: "Boatengs Familie wird belastet"
Der Manager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, steht hinter seinem Nationalspieler: "Wir leben in unserer Mannschaft die Vielfalt. Solche unqualifizierten Aussagen werden deshalb als das abgetan, was sie sind. Es belastet Jerome nicht, aber es ist unschön, weil er in eine Diskussion kommt, in die er nicht rein will. Blöd ist auch, dass seine Familie belastet wird, man fragt nun in der Nachbarschaft rum. Also alles Dinge, die man nicht in seinem Privatleben haben möchte!"

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