Fr, 20. Oktober 2017

Rekord in Europa

29.05.2016 14:03

Griechen schulden dem Staat fast 87 Milliarden €

Die Regierung in Athen hat zwar mit dem jüngsten Spar- und Reformpaket die Abgaben und Pensionskürzungen erhöht, aber die Staatskasse wird wohl nicht, wie erhofft, gefüllt werden. Denn es gibt nach wie vor ein entscheidendes Problem: Viele Griechen zahlen nicht all ihre Steuern - weil sie schlicht nicht können. Laut einem Bericht der Zeitung "Kathimerini" schuldet die griechische Bevölkerung dem Staat rund 87 Milliarden an Steuern. Das Ausmaß der Steuerschuld sei ein europäischer Rekord.

Von 100 Euro Steuerausstand zahlten die Griechen demnach nur noch 45 Euro. Ein Wert, der seit dem Beginn der Krise im Jahr 2010 stetig weiter sinke, obwohl viele Steuern erhöht worden seien. Neben absichtlicher Steuerhinterziehung spielt auch die Ineffizienz der Steuerbehörden bei der Eintreibung der Abgaben eine entscheidende Rolle.

IWF pocht auf Schuldenschnitt für Griechenland
87 Milliarden Euro entsprechen in etwa der Hälfte der derzeitigen griechischen Wirtschaftsleistung. Der IWF wolle mit den Zahlen seine Haltung untermauern, dass Griechenland ohne einen Schuldenschnitt nicht wieder auf die Beine kommen könne, schrieb "Kathimerini".

Die neuerliche Gefahr einer Staatspleite ist durch die jüngste Übereinkunft der internationalen Geldgeber gebannt. Athen erhält im Gegenzug für die vor Kurzem im Parlament verabschiedeten Reformen 10,3 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsschirm. Zuvor müssen allerdings noch einige kleine Korrekturen durchgeführt werden. Außerdem ist es auch notwendig, dass die nationalen Parlamente der Eurogruppe zustimmen.

7,5 Milliarden Euro könnten schon in der zweiten Juni-Hälfte fließen, wie ESM-Chef Klaus Regling vor wenigen Tagen ankündigte. Das restliche Geld der neuen Auszahlung solle dann später überwiesen werden. Griechenland muss allein im Juli 3,67 Milliarden Euro an den IWF, die Europäische Zentralbank und andere Gläubiger zahlen. Große Beträge sind auch nötig, um Zahlungsrückstände des Staates zu vermindern.

Athen hängt seit 2010 am Finanz-Tropf
2015 hatten sich Athen und die internationalen Geldgeber auf ein neues Rettungsprogramm in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro für das pleitebedrohte Euro-Land verständigt. Davon wurden bisher 21,4 Milliarden Euro ausgezahlt. Das Land hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).