Sa, 18. November 2017

Falscher Verbrauch

27.05.2016 16:55

Wie wir Kunden belogen werden

Nicht nur die großen Automobilhersteller dieser Welt wie VW oder zuletzt Mitsubishi schummeln, solche Tricks sind - wie der Verein für Konsumenteninformation aufdeckt - auch bei Produzenten aller möglichen elektronischen Geräte gang und gäbe. Ob Staubsauger, Waschmaschinen oder Kühlschränke - Hersteller nützen jeden legalen Spielraum aus, um den Kunden einen möglichst geringen Energieverbrauch angeben zu können.

Das fängt bei Staubsaugern an: Um möglichst hohe Energieeffizienz vorzugaukeln und das auch am Label ausweisen zu können, wählen Erzeuger immer einen Normteppich aus, der genau auf ihr Produkt abgestimmt wird. Gesaugt wird immer mit leerem Beutel und immer volle Kraft.

Das ist natürlich völlig praxisfern. Richtig und aufschlussreicher wären Tests mit vollem, halbvollem und leerem Beutel, mit voller und reduzierter Saugkraft. So testet auch der VKI. Und zwar alle Geräte auf gleichem Teppich.

Nicht anders wird bei Waschmaschinen getrickst, um möglichst vielen umweltbewussten Kunden eine Kaufentscheidung für das in den Augen der Erzeuger effizienteste Gerät abzuringen. Denn in den Elektronik-Labors der Hersteller ist es üblich, dass der Verbrauch nur im Sparprogramm bei 40 bzw. 60 Grad gemessen wird. Das dauert aber meist drei Stunden und mehr. Wiederum: Kein Kunde wäscht sein Gewand auf diese Weise. Laut Umfragen der Universität Bonn verwenden vier von fünf Verbrauchern viel kürzere Programme.

Seltsame Werte für unsere Kühlschränke
Und da sind noch die Umwelt-Gütesiegel bei Kühlschränken: Auch hier kommen die Öko-Ergebnisse der Anbieter unter höchst seltsamen Bedingungen zustande, die es im Haushalt nie und nimmer gibt. Die Parameter der Hersteller: Der Kühlschrank ist leer, die Tür bleibt zu. Und der Stromverbrauch wird gemessen, wenn im Inneren konstante fünf Grad Temperatur herrschen. Der Test zielt nur darauf ab, wie viel Strom verbraucht wird, um Speisen und Getränke kalt zu halten. Nicht berücksichtigt wird, dass der Kühlschrank ja aufgemacht werden muss, um Lebensmittel zu entnehmen.

Gut, dass es unabhängige Konsumentenschützer gibt, deren Untersuchungen aufschlussreicher sind. VKI-Kriterien: Kühlschrank voll, Umgebungstemperaturen von 10, 25 und 32 Grad, Öffnen und Schließen der Tür, Abkühlen von Packungen mit Gel-Inhalt von plus 25 auf minus sieben Grad ohne und mit Super-Kühlfunktion.

Kundentäuschung rund um die Mattscheibe
Nicht anders läuft die Täuschung bei TV-Geräten ab: Die Erzeuger gehen vom "Energieeffizienzmodus" aus. Das Bild kann dafür sogar zu dunkel sein und wenig Kontraste aufweisen. Sobald diese Einstellungen aber verändert werden, erhöht sich der Stromverbrauch.

Fair, richtig und aufschlussreicher wäre die Messung auch bei optimaler Bildeinstellung (Helligkeit, Kontrast, Farbtemperatur). Das allerdings ergibt einen höheren Stromverbrauch - glatte Kundentäuschung rund um die Mattscheibe also!

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