Sa, 18. November 2017

Vor Libyens Küste

26.05.2016 21:08

100 Tote bei Bootsunglück im Mittelmeer befürchtet

Bei dem Bootsunglück im Mittelmeer am Mittwoch könnten etwa 100 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein. Die Überlebenden, die nach ihrer Ankunft im sizilianischen Porto Empedocle befragt wurden, hätten von rund 100 Vermissten gesprochen, sagte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM) am Donnerstagabend. Bei einem zweiten Unglück wurden bis zu 30 Tote befürchtet.

IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo teilte mit, die Überlebenden hätten ausgesagt, dass etwa 100 Menschen im Rumpf des Bootes gewesen seien. Das völlig überladene Fischerboot war am Mittwoch vor der libyschen Küste gekentert, als sich ihm ein italienisches Marineschiff näherte. Die Marine hatte anschließend bekannt gegeben, 562 Menschen seien gerettet worden, doch seien sieben Menschen ums Leben gekommen.

Di Giacomo sagte nun jedoch, die Überlebenden hätten berichtet, dass sich bei der Abfahrt in Libyen mehr Menschen an Bord befunden hätten. Die meisten von ihnen seien Marokkaner gewesen. Der IOM-Sprecher sagte, sollten sich die Berichte der Überlebenden zur Zahl der Opfer bestätigen, wäre es "eine der größten Tragödien auf See" seit Beginn der Flüchtlingskrise im Mittelmeer.

Wegen des guten Wetters kommen derzeit besonders viele Migranten über das Mittelmeer. Laut der italienischen Küstenwache wurden in den vergangenen vier Tagen rund 10.000 Menschen gerettet. Allein am Donnerstag wurden bei 22 Rettungseinsätzen etwa 4000 Flüchtlinge geborgen.

Weiteres Drama vor libyscher Küste
Allerdings starben bei einem weiteren Schiffsunglück laut ersten Angaben bis zu 30 Menschen. Ein luxemburgisches Flugzeug habe 65 Kilometer vor der libyschen Küste ein gekentertes Boot entdeckt, teilte ein Sprecher der EU-Marinemission "Sophia" mit, die im Mittelmeer gegen Schlepper vorgeht. Dutzende Flüchtlinge seien auf dem Rumpf gestanden, der bereits unter der Wasseroberfläche geschwommen sei, während etwa 30 Leichen im Wasser getrieben seien. Demnach konnten rund 100 Menschen gerettet werden.

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