Do, 23. November 2017

Nordkorea-Propaganda

26.05.2016 10:18

Söhne von US-Soldat werben für Kim Jong Un

Die nordkoreanische Propaganda hat neue Gesichter - und die sehen neuerdings sogar amerikanisch aus. Es handelt sich nämlich um die beiden Söhne eines US-Soldaten, der nach dem Koreakrieg 1962 in den Norden desertiert war. Kürzlich haben sie einem nordkoreanischen Sender in den USA ein Interview gegeben, in dem sie Nordkoreas Diktator Kim Jong Un loben und die USA verbal attackieren (siehe Video oben).

Sie heißen Ted und James, sind die Söhne eines US-Amerikaners, doch Englisch sprechen sie nur mit Akzent. Koreanisch beherrschen sie dagegen perfekt. Wie die "Washington Post" berichtete, könnten sie nun die neue Propagandawaffe des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un sein.

Das Interview wurde im Sender Minjok Tongshin ausgestrahlt, der zwar in den USA sitzt, aber ein regimetreues Programm für Nordkorea produziert. Die "Washington Post" geht davon aus, dass das Video im Umfeld des großen Parteikongresses im Mai in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang gedreht wurde.

Vater in Nordkorea mit offenen Armen empfangen
Die beiden Söhne sind die Kinder von James Joseph Dresnok, einem ehemaligen US-Soldaten, der nach dem Koreakrieg 1962 in das kommunistische Land desertierte. Laut dem Bericht hatte sich seine Frau damals gerade von ihm getrennt, zudem habe er Probleme mit seinen Vorgesetzten gehabt. Er war damals 21 Jahre alt.

In Nordkorea wurde er mit offenen Armen empfangen. Laut "Washington Post" unterrichtete er nicht nur Englisch, sondern trat auch in Fernsehshows und Filmen auf. Offenbar mimte er dabei stets einen US-amerikanischen Bösewicht. Mittlerweile sei er 75 Jahre alt und habe seit Längerem nichts von sich hören lassen.

"Rate USA, feindliche Politik fallen zu lassen"
Im Interview attackieren nun seine beiden Söhne die Politik der USA. "Ich rate den USA, ihre feindliche Politik gegen Nordkorea fallen zu lassen. Sie haben genug Schaden angerichtet, nun ist es Zeit, ihre Irrtümer zu erkennen", sagte Ted Dresnok. Sein Bruder James erzählte, dass er sich wegen der schlechter werdenden Lage freiwillig der nordkoreanischen Armee angeschlossen habe. Beide lobten das Kim-Regime und priesen ihr Leben im Sozialismus.

Ob die beiden nun öfter in der Propaganda Nordkoreas auftauchen, wird sich zeigen. Fakt ist, dass sich das Regime von der starken Präsenz US-amerikanischer Truppen in und um Südkorea bedroht fühlt. So droht Kim immer wieder mit Atomschlägen und verbreitet teils bizarre Propagandavideos. Seine Unberechenbarkeit in Verbindung mit seinem Nukleararsenal sorgen allerdings dafür, dass sich der verfeindete Nachbar mindestens genauso bedroht fühlt.

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