Mo, 20. November 2017

Preis zu niedrig

24.05.2016 19:47

Monsanto lehnt Bayer-Übernahmeangebot ab

Der deutsche Bayer-Konzern muss bei seiner geplanten Milliardenübernahme des umstrittenen US-Agrarchemiemultis Monsanto nachbessern. Monsanto lehnt das bisherige Angebot von Bayer in Höhe von 55 Milliarden Euro als finanziell unzureichend ab. Das Management habe sich einstimmig zur Ablehnung der Offerte entschieden, sei aber offen für konstruktive Gespräche, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Monsanto-Chef Hugh Grant sagte der Mitteilung zufolge, eine "integrierte Strategie" könne erhebliche Vorteile haben. Allerdings bewerte das derzeitige Angebot von Bayer Monsanto deutlich zu niedrig. Der Verwaltungsrat habe keinen Zeitplan für weitere Gespräche mit Bayer vorgegeben.

Am Montag war bekannt geworden, dass der Pharma- und Pflanzenschutzriese Bayer Monsanto für umgerechnet mehr als 55 Milliarden Euro übernehmen will. Es wäre eine der teuersten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Dax-Konzern bietet pro Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar - insgesamt 62 Milliarden Dollar.

Monsanto wegen Gen-Produkten in der Kritik
Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik. Zudem wird seit Langem über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen des Wirkstoffs Glyphosat diskutiert, den Monsanto in seinem weltweit verbreiteten Unkrautvernichter "Roundup" benutzt. Bayer hält die Imageprobleme für beherrschbar.

Die Deutschen wollen mit der Übernahme zum weltgrößten Agrarchemie-Hersteller aufsteigen. Vorstandschef Werner Baumann hatte seine Pläne trotz der Vorbehalte von Aktionären verteidigt. Die Agrarindustrie stehe angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung vor gigantischen Herausforderungen. Durch die Kombination ihrer Fähigkeiten könnten Bayer und Monsanto hier wegweisende Antworten geben. Davon würden die Landwirtschaft, aber auch die eigenen Aktionäre profitieren.

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